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Scharfe Abrechnung mit der Asylpolitik

Henryk M. Broder: „Was wir derzeit importieren, ist das Lumpenproletariat von morgen und übermorgen“

Donnerstag, 27 August 2015 16:00 geschrieben von  Johann W. Petersen
Henryk M. Broder (2013) Henryk M. Broder (2013) Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Bernd Schwabe in Hannover | CC BY-SA 3.0

Berlin – Der Publizist Henryk M. Broder hat in einer selbst für seine Verhältnisse ungewohnt scharfen Form die deutsche Flüchtlings- und Asylpolitik kritisiert. In einem Debattenbeitrag für die Tageszeitung „Die Welt“ bedauerte er, dass das Urteilsvermögen der Deutschen vom „Mitleid für Flüchtlinge getrübt zu sein“ scheine, obwohl Vernunft das Gebot der Stunde sei.

„Den Bürokraten, die glauben, jedes Problem auf dem Verwaltungsweg lösen zu können, stehen die Gutwilligen gegenüber, die jedem Flüchtling erlauben würden, sofort nach seiner Ankunft in der Bundesrepublik eine Arbeit anzunehmen. Integration durch Beschäftigung mag in der Theorie eine gute Idee sein, in der Praxis taugt sie so viel wie die Verteilung von ‚Bildungsgutscheinen‘ an die Angehörigen bildungsferner Schichten“, so der bekannte Journalist.

Broder weiter: „Was wir derzeit importieren, sind nicht nur ‚ethnische‘, also kulturelle und religiöse Konflikte, sondern, um mit Marx zu reden, auch eine ‚industrielle Reservearmee‘, für die es keine Beschäftigung gibt und keine geben wird, das Lumpenproletariat von morgen und übermorgen.“ Zugleich empörte er sich über das Anspruchsdenken mancher Flüchtlinge und nannte dabei das durch die Medien bekannte Beispiel jenes Syrers, der sich beklagt hatte, dass er sich Deutschland so nicht vorgestellt habe; „Wie dann, ist man versucht zu fragen, wie dann? Ein Paradies, in dem Milch und Honig fließen, die Menschen ihr Geld im Schlaf verdienen und nur darauf warten, ihren Wohlstand mit Millionen von Flüchtlingen zu teilen?“

Bestimmte Behauptungen der Zuwanderungslobby will der scharfzüngige Autor nicht gelten lassen: „Wir brauchen Einwanderung, so tönt es von allen Seiten, weil wir nicht genug Facharbeiter haben. Und weil die demografische Entwicklung nichts Gutes verheißt. Was aber verheißt eine demografische Entwicklung, deren Folgen wir heute schon in den ‚sozialen Brennpunkten‘ und No-go-Vierteln der Städte studieren können?“ Auch das Argument der „Bereicherung“ habe ausgedient. „Bund, Länder und Gemeinden streiten darüber, wer und in welchem Umfang für die Kosten der Einwanderung aufkommen soll. Allein in diesem Jahr könnten es rund zehn Milliarden Euro werden. Peanuts, verglichen mit den Summen, die in Griechenland versenkt wurden.“ Allein die Betreuung eines minderjährigen Zuwanderers koste 60.000 Euro im Jahr, so Broder. Das sei mehr, als ein Facharbeiter verdiene.

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Redaktion