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Zur Erinnerung an Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen (1647–1691)

„Ein redlicher Mann von geradem Herzen“

Montag, 20 Juni 2016 17:19 geschrieben von 
Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen (Lithographie, ca. 1830) Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen (Lithographie, ca. 1830) Quelle: Privatarchiv Bert Wawrzinek

Dresden – Als einziger Sohn des Kurfürsten Johann Georg II. und der Magdalena Sibylle von Brandenburg-Bayreuth wurde Prinz Johann Georg am 20. Juni 1647 in Dresden geboren. Bereits im Alter von sieben Jahren erhielt er Sprachunterricht und wurde später in Festungsbau und Kriegskunst unterwiesen. 1672 zum Landvogt der Oberlausitz ernannt, übernahm Johann Georg schon als junger Mann eine verantwortungsvolle Aufgabe innerhalb des kursächsischen Staates. Er heiratete 1666 Anna Sophia, eine dänische Königstochter, die ihm zwei Söhne schenkte. Noch als Kurprinz führte der begeisterte Soldat 1674-1678 die sächsischen Hilfstruppen im Rheinfeldzug. 1680 bestieg Johann Georg III. den Thron der albertinischen Wettiner. Straff ergriff der Kurfürst die Zügel der Regierung, Einsparungen in der Hofhaltung kamen dem Aufbau eines 12.000 Mann starken Heeres zugute.

Als die Türken 1683 Wien einschlossen, trug Johann Georg entscheidend zum Sieg über die Belagerer bei, indem er mit 11.000 Sachsen dem christlichen Heer zu Hilfe eilte. Dessen Oberbefehlshaber Johann Sobieski war des Lobes voll: „Der Kurfürst von Sachsen ist ein redlicher Mann von geradem Herzen.“ Dieser unterstützte auch weiterhin den Türkenkrieg des Kaisers mit einem Hilfskorps, ebenso die Republik Venedig, der Johann Georg zwei Jahre lang 3.000 sächsische Landeskinder überließ, gegen 120.000 Taler!

Der Kurfürst forcierte den Ausbau Dresdens zur barocken Residenz, ließ 1684 das Geheime Kriegsratskollegium errichten und entwarf den Plan für eine 1692 gegründete Kadettenanstalt. 1690 übernahm er den Oberbefehl über die gegen Frankreich aufgebotene Reichsarmee. Gerade 44 Jahre alt, erlag Johann Georg III. am 12. September 1691 in Tübingen einer Krankheit. In der Fürstengruft des Freiberger Doms ist der Schöpfer des stehenden Heeres, der von seinen Zeitgenossen auch „der sächsische Mars“ genannt wurde, beigesetzt.

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Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek wurde 1959 in Leipzig geboren und lebt heute im Stolpener Land.

Im ersten Leben Rockmusiker, betreibt er seit 25 Jahren das HISTORICA Antiquariat im Dresdner Barockviertel.
Für SACHSEN DEPESCHE schreibt er seit April 2016 zu Themen der sächsischen Kultur und Geschichte.

Webseite: www.sachsen-depesche.de/show/author/56-bert-wawrzinek.html
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