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Buchvorstellung mit Dr. Paul Kaiser im Kulturhaus Loschwitz

„Weststrand & Elbhang – Dresdner Künstler an der Ostsee“

Mittwoch, 17 Mai 2017 00:42 geschrieben von 
Paul Müller-Kaempf: Die Ostsee bei Ahrenshoop (Öl auf Leinwand, um 1900) Paul Müller-Kaempf: Die Ostsee bei Ahrenshoop (Öl auf Leinwand, um 1900)

Dresden – Das Kulturhaus Loschwitz lädt für Mittwoch, den 17. Mai 2017, zu einer Buchlesung mit Dr. Paul Kaiser zum Thema „Weststrand & Elbhang – Dresdner Künstler an der Ostsee“ ein. Die Veranstaltung beginnt um 20:00 im Kulturhaus Loschwitz (Dresden, Friedrich-Wieck-Str. 6) und widmet sich dem Wirken Dresdner Kulturschaffender in der Künstlerkolonie Ahrenshoop, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert. Kaiser ist Kurator einer gleichnamigen Ausstellung, die im Ostseebad Ahrenshoop in Mecklenburg-Vorpommern gezeigt wurde. Der Eintrittspreis für die Buchlesung in Dresden beträgt 8 Euro (ermäßigt 6 Euro).

Ende des 19. Jahrhunderts war es en vogue, als Künstler die Großstadt hinter sich zu lassen und sich mit Pinsel und Staffelei direkt in die Landschaft zu setzen. Überall in Europa entstanden damals Künstlerkolonien, so auch in Deutschland; am bekanntesten sind jene in Worpswede, auf Hiddensee und in Ahrenshoop, wohin es auch Künstler aus Dresden zog.

Die Gemeinde an der Ostsee entwickelte sich mit den Jahren zu einem vitalen Künstlerort, der auch als ein soziales Refugium und als einzigartiger Aktionsraum für nonkonforme Aktivitäten fungierte. Mit seinem Netzwerk „kleiner“ Institutionen (u.a. Kunstkaten, Bunte Stube, Grafikauktionen) besaß der Ort auch zu DDR-Zeiten eine überregionale Bedeutung. Die zu dieser Zeit vollzogene Revitalisierung einer klassischen Künstlerkolonie, die bislang nur vereinzelt erforscht ist, verleiht Ahrenshoop ein Alleinstellungsmerkmal unter den deutschen Künstlerkolonien.

Das im Kulturhaus Loschwitz vorgestellte Katalogbuch von Dr. Paul Kaiser zum dreiteiligen Ausstellungsprojekt „Elbhang & Weststrand – Dresdner Künstler in Ahrenshoop“ rekonstruiert erstmals den inspirierenden Transfer von Künstlern, Kunst und Projekten zwischen Dresden und Ahrenshoop. So werden unter anderem die Pioniere und Wegbereiter dieses Kunsttransfers zwischen Dresden und Ahrenshoop – der Maler Hans Kinder (1900-1986) sowie der Fotograf und Maler Edmund Kesting (1892-1970) – vorgestellt. Neben und nach ihnen versuchten weitere Dresdner Künstler an die Bildsprache der – in der DDR lange Zeit verfemten – klassischen Moderne anzuknüpfen. Dabei verlieh die geopolitische Topographie gerade dem Meer- und Strandbild eine geradezu subversive gesellschaftliche Konnotation.

Den engen Bezug Dresdner Künstler zu Ahrenshoop erklärt Kaiser wie folgt: „Erstens war die DDR sehr klein. Es gab keine Möglichkeiten, sich an das Mittelmeer oder nach Sylt zu orientieren. Insofern verfing sich alles in diesem schmalen Streifen Ostsee. Auf der anderen Seite war es so, dass gerade in Ahrenshoop eine gewisse Libertinage herrschte. Dass dort eben Möglichkeiten in der Kulturpolitik da waren, die eben in den sächsischen-thüringischen Quartieren nicht zu finden waren.“

Ausstellung wie Katalogbuch zeigen Arbeiten der Dresdner Nachkriegskunstgeschichte von Theodor Rosenhauer und Max Schwimmer über Eberhard Göschel und Peter Graf bis hin zu Stefan Plenkers und Max Uhlig.

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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

Webseite: https://www.sachsen-depesche.de/show/author/55-michael-krug.html
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