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Nordsachsen

Das „Rote Vorwerk“ in Oschatz braucht unsere Unterstützung!

Mittwoch, 08 November 2017 21:56 geschrieben von 
Kein Abriss des Baudenkmals Rotes Vorwerk in Oschatz! Kein Abriss des Baudenkmals Rotes Vorwerk in Oschatz! Quelle: Vogtshaus Oschatz e. V.

Oschatz – Am 25. Oktober 2017 berichteten wir an dieser Stelle, daß eines der ältesten Bauwerke der Stadt, das denkmalgeschützte „Rote Vorwerk“ in der Bahnhofstraße abgerissen werden soll (https://www.sachsen-depesche.de/kultur/denkmalalarm-in-oschatz.html). Einst lieferte das, vielleicht schon im 12. Jahrhundert vorhandene, kommunale Gut einen beachtlichen Beitrag zum Stadthaushalt. Mit dem Hospital entstand 1840 darin das erste städtische Krankenhaus. Nach dessen Schließung diente das Anwesen noch bis 2004 zu Wohnzwecken.

 

Weil an genau dieser Stelle eine Sporthalle geplant ist, will der Eigentümer, die Oschatzer Wohnstätten, das Gebäude abbrechen. 2019 möchte die Stadt mit dem Grundstück dann den Schulcampus erweitern lassen. Jetzt hat der Kulturverein Vogtshaus Oschatz e. V. eine Online-Petition gestartet, die an den Aufsichtsrat der städtischen Wohnstätten, des Besitzers also, gerichtet ist. Darin heißt es:

„Wir möchten innerhalb von 10 Jahren die historische Bedeutung des Areals einer so breiten Öffentlichkeit bekannt machen und wetten, dass wir in der Zeit einen geeigneten Investor finden, weshalb wir um diese Gnadenfrist und für den Erhalt des Denkmals ein Umdenken ersuchen.“

Die Petenten bitten demnach um eine „Gnadenfrist“ von 10 Jahren, innerhalb derer sie einerseits die kulturhistorische Bedeutung des Areals bekannt machen, darüber hinaus aber einen „geeigneten Investor“ zu finden sich verpflichten. Voraussetzung wäre in jedem Fall, daß von der bereits erteilten Abrißgenehmigung kein Gebrauch gemacht wird.

Nun ist die Bedeutung sogenannter nichtoffizieller Petitionen, die sich nicht an einen Petitionsausschuß sondern eine Institution richten, umstritten. Wie bei einem Offenen Brief geht es dabei um eine Bekundung, mit dem Ziel eine maximale Öffentlichkeit zu sensibilisieren, Aufmerksamkeit und Solidarisierung mit dem eigenen Anliegen zu erreichen. Das ist legitim. Doch in genannter Petition wird nicht nur eine Forderung aufgemacht, verspricht der Verein Vogtshaus Oschatz vielmehr, selbst aktiv zu werden und zum Erhalt eines geschichtsträchtigen Kulturdenkmals der Stadt beizutragen.

Jetzt haben die Freunde alter Bauwerke nicht nur in Oschatz Gelegenheit, die Initiative zu unterstützen. Ein Anfang ist gemacht, und vielleicht legen beherzte Bürger ja einen ähnlichen Elan an den Tag, wie es im Fall der Zittauer Mandaukaserne geschah, die in letzter Stunde vor dem Abriß bewahrt werden konnte (https://www.sachsen-depesche.de/kultur/thomas-göttsberger-und-das-stadtforum-zittau-wollen-die-mandaukaserne-erhalten.html Einen Versuch ist es allemal wert. Wir werden darüber berichten!

 

Und hier geht es zur Petition:

https://www.openpetition.de/petition/online/kein-abriss-des-baudenkmals-rotes-vorwerk-in oschatz

Einen stimmungsvollen Eindruck gewinnen unsere Leser hier:

https://www.youtube.com/watch?v=_10e2pmir9s

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 November 2017 23:07
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Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek wurde 1959 in Leipzig geboren und lebt heute im Stolpener Land.

Im ersten Leben Rockmusiker, betreibt er seit 25 Jahren das HISTORICA Antiquariat im Dresdner Barockviertel.
Für SACHSEN DEPESCHE schreibt er seit April 2016 zu Themen der sächsischen Kultur und Geschichte.

Webseite: www.sachsen-depesche.de/show/author/56-bert-wawrzinek.html
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