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Gelungener Auftakt mit der Dresdner Philharmonie

Dresdens neuer Kulturpalast eröffnet

Dienstag, 02 Mai 2017 14:11 geschrieben von 
Wiedereröffnet - der Kulturpalast in Dresden Wiedereröffnet - der Kulturpalast in Dresden Quelle: Bert Wawrzinek

Dresden – Nach fünfjähriger Bauzeit ist vergangenes Wochenende der Kulturpalast mit neuem Konzertsaal wiedereröffnet worden. Umbau und Sanierung der 1966 bis 1969 nach Plänen von Wolfgang Hänsch (1929-2013) errichteten Konzerthalle war eine jahrelange und intensive Debatte vorangegangen. Die Baukosten betragen um die 100 Millionen Euro und sind damit deutlich höher als geplant. Neben der Philharmonie, dem Konzertorchester der sächsischen Landeshauptstadt, beherbergt das neue Haus jetzt auch die Städtischen Bibliotheken und das Kabarett „Die Herkuleskeule“.

Beim Festakt am Freitag führte die Philharmonie unter Leitung von Michael Sanderling Werke von Beethoven, Mendelssohn Bartholdy, Schubert und Schostakowitsch auf. Der renommierte Klangkörper verfügt nunmehr über einen erstklassigen Konzertsaal in sogenannter Weinbergform, der 1.800 Besuchern eine gute Sicht, vor allem aber eine hervorragende Akustik bietet. Dafür hatten Ingenieure des Akustikbüros Peutz gemeinsam mit den Architekten von Gerkan, Marg und Partner sowie Musikern der Philharmonie jahrelang zusammengearbeitet.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hielt die Festrede. Er gratulierte den Dresdnern zu ihrem neuen Haus und beschwor noch einmal den Geist der Wiedervereinigung, für deren Gelingen die Deutschen den Sachsen dankbar bleiben würden. In einem Grußwort ging Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf die Bedeutung des Kulturpalastes ein, der zu den „meistbesuchten Kulturräumen in Sachsen“ gehöre. Wie schon 1969 sei das Haus auch 2017 ein „Fingerzeig in die Zukunft“. Hilbert dankte allen am Umbau Beteiligten für ihr Engagement, besonders aber den Angehörigen der Philharmonie, deren Qualität trotz zahlreicher Interimsquartiere während der Bauzeit nicht gelitten habe.

Neben dem großen Zuspruch der Dresdner, zeigten sich einige Kritiker enttäuscht, dass das Konzert der Philharmonie nicht live im gebührenfinanzierten Staatssender MDR übertragen worden war. Auf dem Vorplatz hatten mehr als 1.000 Schaulustige Ansprachen und Festkonzert via LED-Leinwand verfolgt und die Wiedereröffnung ihres „Kulti“ trotz Regen und Kälte mitgefeiert. Zum Finale gab es eine Lichtshow an der Fassade und eine Dankesgeste des Orchesters, das sein Publikum vor dem Haus mit gelben Rosen zu überraschen wusste.

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Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek wurde 1959 in Leipzig geboren und lebt heute im Stolpener Land.

Im ersten Leben Rockmusiker, betreibt er seit 25 Jahren das HISTORICA Antiquariat im Dresdner Barockviertel.
Für SACHSEN DEPESCHE schreibt er seit April 2016 zu Themen der sächsischen Kultur und Geschichte.

Webseite: www.sachsen-depesche.de/show/author/56-bert-wawrzinek.html
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