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Dresdner Brunnen und Wasserspiele

Ein Hofbrunnen in der Hauptstraße

Donnerstag, 01 Juni 2017 21:46 geschrieben von 
Hofbrunnen am Thomae-Haus, Hauptstraße 17, in Dresden Hofbrunnen am Thomae-Haus, Hauptstraße 17, in Dresden Quelle: Bert Wawrzinek

Dresden – Dresden zählt zu den brunnenreichsten Städten Deutschlands. Neben zahlreichen monumentalen und wertvollen Kunstwerken sind es auch ganz schlichte Anlagen, deren Existenz allein einem praktischen Zweck entspringt, die besonders anrühren und unsere Phantasie beflügeln.

Als Urheber der Dresdner Wasserleitung gelten Augustinermönche. Die frommen Brüder erhielten 1476 die Erlaubnis, das in der Dresdner Heide entspringende „Zschorrwasser“ mittels einer Rohrleitung in ihr (zwischen Klostergasse und dem späteren Jägerhof gelegenes) Kloster zu bringen. So bekamen auch Bürger von Altendresden Wasserentnahmestellen auf ihre Grundstücke.

Am 13. Februar 1945 versank das barocke Gepränge der Neustädter Hauptstraße im Bombenhagel. Stattdessen entstanden auf beiden Straßenfronten Plattenbauten mit über 1000 Wohnungen. Eine Handvoll prächtiger Bürgerhäuser trotzte den Zeitläuften, wurde saniert und vermittelt bis heute die Ahnung früherer Pracht.

Im Jahr 1979 fand man hier beim Aushub eines Heizungskanals einen alten Steintrog, der die Jahreszahl „1798“ trägt. Daraus entstand im Hof der Hauptstraße 17, einst Wohn- und Arbeitsstätte des Hofbildhauers Johann Benjamin Thomae (1682-1751), erneut ein Brunnen, der an jene Wasserentnahmestellen aus alter Zeit erinnert. Den originellen eisernen Wasserspeier hat der Kunstschmied Gerhard Gerbig gestaltet.

Ob die Gäste des benachbarten Weinrestaurants ahnen, dass der urige Trog in ihrer Nähe in Ludwig Richters Tagen seinen treuen Dienst versah?

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Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek wurde 1959 in Leipzig geboren und lebt heute im Stolpener Land.

Im ersten Leben Rockmusiker, betreibt er seit 25 Jahren das HISTORICA Antiquariat im Dresdner Barockviertel.
Für SACHSEN DEPESCHE schreibt er seit April 2016 zu Themen der sächsischen Kultur und Geschichte.

Webseite: www.sachsen-depesche.de/show/author/56-bert-wawrzinek.html
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