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Sächsische Traditionen

Königsparade auf dem Alaunplatz in Dresden

Montag, 22 Mai 2017 16:55 geschrieben von 
Geburtstagsparade der Dresdner Garnison für König Friedrich August III. (1865-1932) auf dem Alaunplatz; Originalfoto um 1910 Geburtstagsparade der Dresdner Garnison für König Friedrich August III. (1865-1932) auf dem Alaunplatz; Originalfoto um 1910 Quelle: Privatarchiv Bert Wawrzinek

Dresden – Der Alaunplatz im Dresdner Norden war der wichtigste Exerzier- und Paradeplatz der Königlich Sächsischen Armee. Bis 1918 fand auf dem 8,5 Hektar umfassenden Areal an Königs Geburtstag die Parade der Dresdner Garnison statt. Ein damals Beteiligter, Oberst z. D. von Schimpff, schildert stimmungsvoll und ganz im Stil jener Zeit, wie sich die Geburtstagsfeierlichkeiten zu Ehren König Alberts von Sachsen (*1828, König 1873-1902), an einem 23. April kurz vor der Jahrhundertwende abgespielt haben mögen:

„Königs Geburtstag wird im ganzen Land gefeiert. In Strehlen bringen die Musikchöre der Leibregimenter eine Morgenmusik. Mittags steigt der König zu Pferde und nimmt auf dem Alaunplatz die Parade über die verstärkte Dresdner Garnison ab. Diese Frühlingsparade ist zu einem Volksfeste geworden, zu dem aus dem ganzen Lande die Zuschauer herbeiströmen. Lauter Jubel empfängt ihn, wenn er bei dem Hurrah seiner Soldaten auf die Front zureitet. Die Parade ist ein hervorragend schönes militärisches Schauspiel. Die glänzenden Truppen auf dem engumschlossenen Platze, der bewaldete Hintergrund mit der schloßähnlichen, im Flaggenschmuck prangenden Schützenkaserne, geben ein frisches farbenprächtiges Bild.“ (Joseph Kürschner, Hrsg.: König Albert und Sachsenland. Eine Festschrift zum 70. Geburtstage und 25jährigen Regierungsjubiläum des Monarchen. Berlin 1898)

Nach 1918 war es dann vorbei mit den Königsparaden. 1945 sank die hinter dem Paradeplatz gelegene Schützenkaserne im Bombenhagel in Trümmer und wurde 1954 abgetragen. Aus den Freiflächen wurden Grünanlagen, die sich zu einem Park entwickelt haben. Geblieben ist die Erinnerung an eine schöne Tradition, als Dresden noch Hauptstadt eines Königreichs war.

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Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek wurde 1959 in Leipzig geboren und lebt heute im Stolpener Land.

Im ersten Leben Rockmusiker, betreibt er seit 25 Jahren das HISTORICA Antiquariat im Dresdner Barockviertel.
Für SACHSEN DEPESCHE schreibt er seit April 2016 zu Themen der sächsischen Kultur und Geschichte.

Webseite: www.sachsen-depesche.de/show/author/56-bert-wawrzinek.html
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