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Tag des offenen Denkmals am 10. September

Zittauer Mandaukaserne für einen Tag geöffnet!

Samstag, 26 August 2017 16:05 geschrieben von 
"Macht und Pracht" in Zittau "Macht und Pracht" in Zittau Quelle: Björn Mühlberg

Zittau – Am 10. September 2017 öffnet die Zittauer Mandaukaserne ihre Tore – zum Tag des offenen Denkmals in der Neißestadt. Seit 24 Jahren gibt es diese schöne Tradition, werden - an einem Sonntag im September – sonst verschlossene Denkmale für Interessenten zugänglich gemacht. „Macht und Pracht“ lautet das diesjährige Motto, mit dem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit für die Bedeutung kulturellen Erbes sensibilisiert. Apropos: Wäre es nicht großartig, wenn engagierte Investoren, bürgerschaftliche Initiativen und aufgeschlossene Politiker eines Tages über die „Macht“, das heißt, ein passendes Konzept und Mittel es verwirklichen, verfügten, um die alte Pracht von Zittaus größtem Gebäude wieder auferstehen zu lassen?

Die 1868/69 unter Leitung des Zittauer Stadtbaumeisters Emil Trummler errichtete Kaserne war bis 1918 Quartier des Kgl. Sächs. 3. Infanterie-Regiments Nr. 102, wurde später für Wohnzwecke genutzt und steht seit 1997 leer. Notsicherung und Teilsanierungen unter Leitung des Stadtforums haben im vergangenen Jahr einen Abriß des denkmalgeschützten Baus verhindern können. Jetzt geht es um das richtige Projekt und eine in Aussicht gestellte millionenschwere Förderung aus dem Bundesbauministerium. In wenigen Tagen, am 31. August, wird Mandaukaserneneigentümer Thomas Göttsberger in einer öffentlichen Stadtratssitzung Gelegenheit haben, sein Sanierungsprojekt vorzustellen (https://www.sachsen-depesche.de/kultur/wie-weiter-mit-der-zittauer-mandaukaserne.html).

So ist der Tag des offenen Denkmals 2017 die Gelegenheit, einmal am Schauplatz des Geschehens mit den Protagonisten ins Gespräch zu kommen, in lockerer Atmosphäre ein Bild über die Dimension dieses besonderen Baudenkmals zu gewinnen. Wie schon im Vorjahr, zeichnen die bisherigen Unterstützer – Stadtforum Zittau, Freundeskreis Mandaukaserne und Bürgerinitiative „Bessere Mitte“ - auch diesmal für eine facettenreiche Veranstaltung auf dem Kasernenareal verantwortlich. Dafür aber haben sich die Zittauer einiges einfallen lassen.

Künstler aus der Region präsentieren in einer Verkaufsausstellung Malerei (Heintje Schlick, Joachim Hennig, Christian Freund, Isolde Feige) und Photographie (Hermann Funke). Thomas Glaubitz, Uwe Preuß und Peter Wildner zeigen Ansichten und Photos aus alter Zeit, insbesondere jene der historischen Mandaukaserne dürften von besonderem Interesse sein. Imposante Modellbauten stellen Roland Zimmermann und Bernd Sonsalla aus. Letzterer hatte schon 2014 Aufsehen erregt, als er nach 9 Monaten Arbeit ein maßstabsgerechtes Modell von zwei Metern Länge vorstellte, das die Zittauer Kaserne zeigte.

Selbstredend werden am 10. September Führungen durch das Bauwerk angeboten, machen Buchverkauf, Trödelmarkt und ein Imbiss den Denkmaltag zu einer runden Sache. Die eigentlichen Sympathieträger aber sind die ersten Kasernenbewohner neuer Zeit, welche schon maskottchenhaft für Furore sorgten. Tatsächlich haben sich abermals Turmfalken im Nordflügel niedergelassen, die hier unter der Obhut der Kasernenretter ihren Nachwuchs aufziehen. Offenbar haben die drolligen Gefiederträger längst erkannt, welches Potential in Zittaus „alter Dame“ schlummert!

Gefiederte Kasernenbewohner | Quelle: Uwe Preuß
Gefiederte Kasernenbewohner
Quelle: Uwe Preuß

 

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Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek wurde 1959 in Leipzig geboren und lebt heute im Stolpener Land.

Im ersten Leben Rockmusiker, betreibt er seit 25 Jahren das HISTORICA Antiquariat im Dresdner Barockviertel.
Für SACHSEN DEPESCHE schreibt er seit April 2016 zu Themen der sächsischen Kultur und Geschichte.

Webseite: www.sachsen-depesche.de/show/author/56-bert-wawrzinek.html
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