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Postgeschichte

Zwölf farbige Bilder aus den Tagen der Kurfürstlichen und Königlich Sächsischen Post 1770 bis 1865 (3)

Samstag, 25 August 2018 20:25 geschrieben von 
Kursächsischer Postillion 1790 Kursächsischer Postillion 1790 Quelle: Archiv B. Wawrzinek

Dresden – Im Anschluß an die ersten beiden Folgen unserer Postgeschichte nach Gemälden von Gustav Otto Müller (1827-1922) hier nun eine Fortsetzung der 1925 erschienenen Dokumentation. Und wieder versetzt uns der Geheime Postrat Karl Thieme mit einer launigen Bildbeschreibung in jenes Zeitalter, als Sachsen noch ein Kurfürstentum war. Diesmal stellen wir einen „Kursächsischen Postillion mit ledigen Pferden“ vor, der die Dresdner Fahrpost, also (im Gegensatz zur „reitenden Post“) die Beförderung von Personen und sperrigem Gut mittels Postkutsche, von Königsbrück nach dem (damals noch sächsischen) 40 Kilometer entfernten Hoyerswerda erledigt hat und sich nun auf dem Heimritt befindet:

„Der wackere ‚Postknecht‘ hat die Dresdner ‚Fahrpost‘ von der Station zu Königsbrück nach Hoyerswerda befördert und reitet nun mit seinen ledigen Rößlein wieder heim. Das ist keine anstrengende Arbeit, und der alte Postillion läßt sich dabei sein Pfeifchen schmecken. Ja, als er auf der nahen Wiese eine hübsche Bäuerin erblickt, die in Begleitung ihres Jungen Futter schneidet, knüpft er gern ein Schwätzchen mit ihr an. Wer wollte ihm das übelnehmen? Wenn der Fränkische ‚Einsiedelmann‘, von dem V. v. Scheffel in seinem ‚Gaudeamus‘ singt, sich bei der schönen Schnitterin verweilt, so kann man das unserm Postillion um so weniger verdenken, als die Gegend zwischen Königsbrück und Hoyerswerda weniger reizvoll ist, als die Main-Aue. Die beiden Postgäule aber lassen sich inzwischen das frische Gras schmecken, das ihnen der brave Junge zureicht. Und so sind alle Teile mit der Rast zufrieden.“ (Fortsetzung folgt)

 

Hier geht es zu den vorangegangenen Folgen:

https://www.sachsen-depesche.de/kultur/zwölf-farbige-bilder-aus-den-tagen-der-kurfürstlichen-und-königlich-sächsischen-post-1770-bis-1865-1.html
https://www.sachsen-depesche.de/kultur/zwölf-farbige-bilder-aus-den-tagen-der-kurfürstlichen-und-königlich-sächsischen-post-1770-bis-1865-2.html

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Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek wurde 1959 in Leipzig geboren und lebt heute im Stolpener Land.

Im ersten Leben Rockmusiker, betreibt er seit 25 Jahren das HISTORICA Antiquariat im Dresdner Barockviertel.
Für SACHSEN DEPESCHE schreibt er seit April 2016 zu Themen der sächsischen Kultur und Geschichte.

Webseite: www.sachsen-depesche.de/show/author/56-bert-wawrzinek.html
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