Login

sachsen-depesche.de

Freigegeben in Politik

Zwei Drittel der Flüchtlinge wollen in Deutschland bleiben

Übergroße Mehrheit der Migranten fühlt sich in Sachsen sicher

Dienstag, 09 Mai 2017 23:05 geschrieben von 
Migranten bei ihrer Ankunft in Deutschland (2015) Migranten bei ihrer Ankunft in Deutschland (2015) Quelle: flickr/Metropolico.org | CC BY-SA 2.0

Dresden – Das Bild vom fremdenfeindlichen Sachsen, in dem sich Ausländer nicht auf die Straße trauen können, bestimmte in der letzten Zeit die Medienberichterstattung über den Freistaat. Dass dies von den Betroffenen größtenteils ganz anders wahrgenommen wird, bestätigt eine aktuelle Untersuchung des Netzwerks Integrations-, Fremdenfeindlichkeits- und Rechtsextremismusforschung in Sachsen (IFRiS), für die 61 Flüchtlinge, vor allem aus Afghanistan, dem Iran und Syrien in Gemeinschaftsunterkünften in Leipzig, Dresden und Chemnitz befragt wurden. Demnach fühlen sich fast alle befragten Migranten (94,7 Prozent) in Sachsen „sehr sicher“ oder „eher sicher“.

Rund 40 Prozent der Befragten berichteten allerdings von persönlichen Diskriminierungserfahrungen. „Davon hat ein kleiner Teil körperliche Gewalt erfahren“, so Professor Antje Röder von der Uni Chemnitz, die für das IFRiS-Netzwerk forscht. Flüchtlinge ohne Diskriminierungserfahrungen würden sich Deutschland verbundener fühlen. Die Studie fand außerdem heraus, dass die Mehrheit der Migranten es schätze, in einem demokratischen System zu leben, und die deutsche Staatsbürgerschaft anstrebe. Zwei Drittel der Befragten fühlen sich willkommen und wollen in Deutschland bleiben.

Die übergroße Mehrheit der Befragten sind Männer (83 Prozent), gut die Hälfte ist unter 25 Jahre alt. Drei Viertel der Befragten sind muslimischen Glaubens – gut 65 Prozent Sunniten. Mehr als ein Drittel gab an, nicht oder eher nicht religiös zu sein. 65 Prozent bezeichneten sich als eher religiös.

Das sächsische Forschungsnetzwerk IFRiS, ein Verbund der Universitäten in Dresden, Chemnitz und Leipzig sowie des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung existiert seit Juni 2016. Der Freistaat Sachsen hat den Verbund mit einer Anschubfinanzierung von 60.000 Euro gefördert. Perspektivisch will das Netzwerk mit Forschern aus anderen Bundesländern und außerhalb Deutschlands zusammenarbeiten und unter anderem eine großangelegte Studie auf Bundesebene durchführen. Darin sollen auch Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einfließen.

Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

Webseite: https://www.sachsen-depesche.de/show/author/55-michael-krug.html
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

TEAM