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Rechtspopulismus in Dresden

„Free Tommy“ bei PEGIDA auf dem Altmarkt

Freitag, 01 Juni 2018 13:38 geschrieben von  Jan Erbenfeld
PEGIDA-"Spaziergänger" am Montag auf der "Wilsdruffer" PEGIDA-"Spaziergänger" am Montag auf der "Wilsdruffer" Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – 146. PEGIDA an einem sommerlichen 28. Mai in der Landeshauptstadt. Es geht um das „Recht auf freie Meinungsäußerung“. Vergangene Woche war im englischen Leeds der Journalist Tommy Robinson (eigtl. Stephen Yaxley-Lennon) festgenommen worden, nachdem er dort muslimische Angeklagte in einem Kindermißbrauchsprozeß beim Betreten des Gerichtsgebäudes gefilmt und besagtes Video auf Facebook veröffentlicht hatte.

Deshalb war Robinson (der auch schon als Gründer der „English Defence League“ (EDL) und PEGIDA UK-Vorsitzender Schlagzeilen machte) zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Daraufhin hatte u. a. der niederländische Politiker Geert Wilders von den britischen Behörden die Freilassung des Islamkritikers verlangt, eine entsprechende Online-Petition (https://www.change.org/p/theresa-may-mp-free-tommy-robinson) konnte binnen weniger Tage mehr als 560 000 Unterstützer vereinigen.

Milan Rohac ist von den „Jungen Patrioten“ aus der Tschechischen Republik nach Dresden gekommen. Über Robinsons Inhaftierung sei der junge Mann „schockiert und empört“. Als Bürger eines ehemals kommunistischen Staates halte man die Einschränkung der Rede- und Informationsfreiheit für „unfaßbar“. Ein Mitstreiter Rohacs erzählt von seinem Onkel, der einst das Land habe verlassen müssen, dessen Gesundheitswesen er als Arzt kritisiert hatte. Es sei „Wahnsinn“, daß es im England des 21. Jahrhunderts möglich ist, Informationen darüber zurückzuhalten, wo Tommy Robinson überhaupt stecke, wie es ihm geht und ja, ob er überhaupt noch lebe. Überall in der Welt unterstützten Menschen Robinsons Sache, wendet sich der Redner an die Versammelten, Politiker und Parlamentarier müßten auf die britischen Behörden Druck ausüben, um „Tommys“ Freilassung zu erwirken. „Widerstand“, skandieren einige Tausend Pegidianer, „Free Tommy Robinson!“ klingt es über den Platz.

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