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Die Domstadt im Ausnahmezustand

AfD-Bundesparteitag: Viele Kölner Kneipen und Gaststätten bleiben geschlossen

Montag, 17 April 2017 15:24 geschrieben von  Johann W. Petersen

Köln – Wegen der befürchteten Krawalle am Rande des AfD-Bundesparteitages, der am kommenden Samstag in Köln stattfinden wird, halten viele Gastronomen in der Domstadt ihre Lokale geschlossen. Einige Kneipen und Gaststätten schließen bereits am Freitagabend, da die Inhaber Tische, Stühle, Sonnenschirme und ähnliche bewegliche Gegenstände aus Sicherheitsgründen von draußen nach drinnen verbringen wollen.

Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass sich bis zu 50.000 Personen an den Protesten gegen den Parteitag der AfD beteiligen werden. Ob diese stets friedlich bleiben werden, ist zweifelhaft, da auch zahlreiche autonome Gruppen ihr Kommen angekündigt haben. Die Polizei will an diesem Tag mit rund 4.000 Beamten vor Ort vertreten sein, um die Sicherheit der anreisenden Delegierten und den ordnungsgemäßen Ablauf der Demonstrationen zu gewährleisten.

Verschiedene Wirte, Klubbesitzer und Gastronomieverbände hatten bereits vor Wochen die Aktion „Kein Kölsch für Nazis“ gestartet, um damit ein „Zeichen“ gegen den AfD-Bundesparteitag zu setzen. Man wolle keine AfD-Mitglieder bedienen, heiß es dazu. Die Aktion besteht unter anderem aus Bierdeckeln und Aufklebern, die mit dem Motto bedruckt sind. Eine vergleichbare Kampagne gegen Linksextremisten, die den Parteitag möglicherweise zum Anlass nehmen wollen, um zu randalieren, gibt es nicht. Solche Personenkreise sind in den Kölner Lokalen offenbar erwünscht. Gegen das Maritim-Hotel, in dem der Parteitag der AfD stattfinden wird, wurden anonyme Drohungen und Boykottaufrufe ausgesprochen.

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Redaktion