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Rechtspopulismus in Dresden

Asylhorror bei PEGIDA am 25. Juni auf dem Neumarkt

Donnerstag, 28 Juni 2018 14:01 geschrieben von  Jan Erbenfeld
PEGIDA am Montag an der Frauenkirche PEGIDA am Montag an der Frauenkirche Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – 149. PEGIDA in der Landeshauptstadt bei sommerlichem Wetter auf dem Neumarkt. Es sei eine Genugtuung zu sehen, wie die “Altparteien“ gegenwärtig Themen aufgriffen, für die man lange „diffamiert und bedroht“ worden sei, beginnt Wolfgang Taufkirch seinen Vortrag. Und es habe sich gelohnt, „auf die Straße zu gehen“. Hingegen falle die Bilanz der Groko in Berlin ernüchternd aus. Innerhalb der EU nehme Deutschland fast 60 Prozent aller Asylbewerber auf. Erst am vergangenen Donnerstag habe Kanzlerin Merkel Jordanien einen Kredit von 87 Millionen Euro zugesagt und behauptet, Deutschland sei „offen für Zuwanderung“. Dabei habe sie „ihrem Volk schwersten Schaden zugefügt“ und dafür gesorgt, „daß unser Land von fremden und ungebildeteten Kulturen geradezu überrannt“ worden sei. Ein „beispielloses Staatsversagen zu Lasten der Bürger“.

„Volksverräter“, skandieren die Pegidianer. In diesem Jahr, so der Redner weiter, seien bis Ende Juni knapp 100 000 Asylanträge gestellt worden, die Grenzen seien „offen wie Scheunentore“ und der Familiennachzug wurde eben „in unbegrenzter Höhe“ genehmigt. Außerdem würden Flüchtlinge aus Italien und der Türkei „per Direktflug“ eingeflogen und 10 500 Umsiedlungsflüchtlinge aus Afrika kämen auch noch. Außerdem bereite die Bundesregierung die Aufnahme von 300 Personen vor, die aus libyschen Gefängnissen kämen. Die „größte Sauerei“ und „maximale Beschleunigung der Umvolkung in Deutschland“ - und vielleicht „Merkels europäische Lösung“ - aber sei eine „weitgehend verschwiegene Katastrophe“:

Beim EU-Gipfeltreffen, Ende dieser Woche, solle „Dublin IV“ beschlossen werden, was bedeute, daß künftig jeder Asylbewerber „in das Land seiner Wahl“ weiterreisen dürfe, in dem schon seine Angehörigen lebten. Dieses Gesetz sei bereits verabschiedet worden, auch mit den Stimmen der CSU, und müsse nur noch in den nächsten Tagen vom Europarat abgesegnet werden. Die Zahlen von 2015 könnten sich also leicht wiederholen und das regelmäßig. Der US-Afrikaforscher und Migrationsexperte Steven Smith schätze jedenfalls, daß bis 2030 etwa 150 - 200 Millionen Afrikaner nach Europa umgesiedelt werden, was nicht verhindert werden könne ...

Kein Zweifel, all die Polemik beruht auf harten Realitäten, die jedermann täglich in den Medien zu verfolgen in der Lage ist. Zwei politische Konzeptionen – grenzenlose Einwanderung und multikulturelle Mischbevölkerung oder „Festung Europa“ - stehen sich in äußerster Zuspitzung gegenüber, das eine der Untergang des anderen. Mit der deutschen Grenzöffnung im September 2015 ist man dabei in einen historischen Entscheidungsprozeß getreten, der kein Zurückweichen mehr zuläßt und jeden Kompromiß kategorisch ausschließt.

Während auf der einen Seite ein internationales Bündnis marxistischer Eliten und globaler Großkonzerne bestrebt ist, mittels weltweiter Migrationsbewegungen und unter der Flagge der Humanität, die innere Struktur Europas, die auf einer gewachsenen Ordnung der Verschiedenheit der Völker und Kulturen beruht, bis zur Unkenntlichkeit einzuebnen, versuchen konservativ orientierte Randgruppen wie PEGIDA, bei weitgehender Unentschlossenheit einer überalterten Mehrheitsbevölkerung, doch angespornt von erfolgreicheren Bewegungen in Nachbarländern, den ihnen zugedachten Untergang in letzter Stunde abzuwenden. Kann man es ihnen verdenken?

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