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PEGIDA am Dresdner Hauptbahnhof

Bachmann fordert Todesstrafe für Pädophile

Mittwoch, 15 November 2017 16:41 geschrieben von  Jan Erbenfeld
Taschenlampen und Deutschlandlied - bei PEGIDA in Dresden Taschenlampen und Deutschlandlied - bei PEGIDA in Dresden Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Kaum Bemerkenswertes von Wolfgang Taufkirch oder Siegfried Däbritz bei herbstlichem Wetter am Wiener Platz. Lediglich PEGIDA-Chef Lutz Bachmann zieht zur Freude seiner Anhänger wieder richtig vom Leder und beweist einmal mehr, daß ihm politische und rechtliche Zusammenhänge entweder unbekannt oder gleichgültig sein dürften.

Nach den „Vollidioten aus Brüssel“ geht es zum gegenwärtigen „Kuhhandel“, den Jamaika-Sondierungen, von CDU, Grünen, und der „Prostituierten unter den Parteien“, der FDP, die nur darauf warte, „wer die Pobacken ...“, nein lassen wir das, doch die FDP als “Politzäpfchen“ und Grüne als „Pädo-Partei“ sind erst der Auftakt.

Vor einigen Tagen berichteten die Medien, daß Schweden Kinderehen für pädophile Immigranten legalisiert habe, die mit ihren minderjährigen Ehefrauen in der neuen Heimat verheiratet bleiben wollten. Kritikwürdig ohne Frage, aber was macht der PEGIDA-Gründer daraus? „Dreckschweine“, „pädophiler Schweinkram“, der „mit dem Tode bestraft“ gehöre. Und damit es jeder weiß, von dieser Forderung rücke er, Bachmann, „keinen Millimeter“ ab.

In Berlin aber werde jetzt mit den „Vertretern ähnlicher Standpunkte“, gemeint sind die Grünen, über eine Regierungsbildung verhandelt. In Berlin habe die Presse jetzt als Grund für den Wegfall des Karnevalsumzuges auf dem Kurfürstendamm eine Weigerung der Sponsoren genannt, für die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen aufzukommen. Die Ursache seien aber die „mit der illegalen Einwanderungswelle gekommenen Terroristen“, jene „Moslems, die unsere freiheitlichen Werte angreifen wollen“, wegen denen immer mehr Veranstaltungen abgesagt und Weihnachtsmärkte mit Betonbarrikaden gesichert werden müßten.

Deshalb gebe Bachmann seinem Freund Jürgen Elsässer recht, der am 28. Oktober in Dresden ausführte, daß „der Islamismus getötet werden muß“. Man stimme darin überein, daß „jede Art des Radikalismus, ob links, rechts oder religiös motiviert – ausgerottet werden“ müsse. Sie haben richtig gelesen. Doch wer würde dann bestimmen, wer als „radikal“ bezeichnet werden darf? Was, wenn eine, sich selbst als „Mitte“ etikettierende, Ideologie ihre politischen Konkurrenten einfach als „radikal“ stigmatisierte, um sie gegeneinander auszuspielen? Ab wann würde dann die todeswürdige Radikalität beginnen, und wer rottet schließlich wen aus?

Daß der PEGIDA-Gründer damit die Blaupause für eine totalitäre Gesinnungsdikatur propagiert, scheint kaum jemandem aufzufallen. Wer eben noch glaubte, sich verhört zu haben, bekommt das Ungeheuerliche nochmals dröhnend auf die Ohren: „Der Islamismus, der Linksexremismus sowie der Rechtsextremismus und jede andere Art von Extremismus - müssen getötet und ausgerottet werden,“ verkündet ein Verteidiger „freiheitlicher Werte“ am 13. November 2017, anläßlich der 130. PEGIDA in der Landeshauptstadt.

Letzte Änderung am Freitag, 17 November 2017 03:39
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