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Rechtspopulismus

Bei PEGIDA auf dem Dresdner Altmarkt

Mittwoch, 25 Juli 2018 04:24 geschrieben von  Jan Erbenfeld
PEGIDA am Montag in Dresden PEGIDA am Montag in Dresden Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Die „Höchststrafe für Schreikinder“ müsse das sein, freuen sich Demonstranten über jene 25 Meter lange Deutschlandfahne, die den linksseits postierten Antifa-Aktivisten heute die Sicht auf den Veranstaltungsplatz versperrt. Gut 3000 Teilnehmer sind immerhin zusammengekommen, um bei hochsommerlichen Temperaturen der 151. PEGIDA in der Landeshauptstadt beizuwohnen.

Schon vor Jahren habe man davor gewarnt, so Sprecher Wolfgang Taufkirch, nun hätte es Oberbürgermeister Dirk Hilbert bestätigt bekommen. Nicht die „islamkritische Bürgerbewegung PEGIDA“ schade Dresden, vielmehr seien es „Ausländerkriminalität und die Drogenszene“, welche die Stadt in kein gutes Licht setzten.

Wenn aber einem Bürgermeister schon vom Innenministerium gesagt werden müsse, daß in seiner Stadt „Angst vor steigender Ausländerkriminalität“ herrsche, und die „muslimisch dominierten Gegenden“ um den Bahnhof und die Prager Straße zu „gefährlichen Orten“ erklärt würden, habe der Oberbürgermeister eigentlich nur zwei Möglichkeiten: „Entweder er stellt sich zu uns, oder er tritt zurück!“

So schlüssig sich das inmitten des schwarz-rot-goldenen Paralleluniversums auf dem Altmarkt anhören mag, schon ein paar Straßen weiter und gerade im Rathaus würde man über diese zweifache Zumutung nur den Kopf schütteln. Nicht nur in den Metropolen Sachsens sind die Weichen längst auf Multikultur gestellt, läuft die Zeit gegen jene, als störend empfundenen „alten weißen Männer“.

Auch wenn sich darunter, wie heute auf dem Altmarkt, nicht wenige Frauen und Mädchen befinden, und selbst die Umfragewerte der favorisierten AfD immer neue Höchstmarken signalisieren, bleibt neben dem Gnadenbrot nach Art. 8 GG (Versammlungsfreiheit) der obligatorische Durchhaltewille und die Hoffnung auf einen Ausweg in einer verzweifelten Situation.

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