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Weitere Kritik wegen Bild mit Michael Klonovsky

CDU Dresden ergreift keine Ordnungsmaßnahmen gegen Maximilian Krah

Donnerstag, 28 Juli 2016 14:02 geschrieben von 
Auch ein Stein des Anstoßes: CDU-Politiker Maximilian Krah (l.) mit dem Publizisten und Petry-Berater Michael Klonovsky Auch ein Stein des Anstoßes: CDU-Politiker Maximilian Krah (l.) mit dem Publizisten und Petry-Berater Michael Klonovsky Quelle: Facebook (Screenshot v. 26.07.2016)

Dresden – Die Dresdner CDU wird zunächst keine Parteiordnungsmaßnahmen gegen ihr Vorstandsmitglied Maximilian Krah ergreifen. Dies teilte der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Christian Hartmann in dieser Woche mit. „Wir müssen aufpassen, dass wir im Zuge dieses Sachverhaltes nicht unsere demokratischen Grundsätze aushebeln“, so Hartmann laut einem Bericht der „Dresdner Neuesten Nachrichten“ (DNN). Der umstrittene Twitter-Beitrag Krahs werde allerdings Thema auf der nächsten Vorstandssitzung der CDU Dresden sein.

Maximilian Krah, der für die CDU 2017 zur Bundestagswahl kandidieren will, hatte nach dem Amoklauf von München einen Tweet abgesetzt, in dem er schrieb: „Ich bin in München. Das muss der Wendepunkt sein: Die Willkommenskultur ist tödlich. Es geht um unser Land!“ Die Dresdner CDU distanzierte sich daraufhin von dem 39-jährigen Juristen (http://www.sachsen-depesche.de/politik/„willkommenskultur-ist-tödlich-“-cdu-dresden-distanziert-sich-von-maximilian-krah.html). Krah löschte den Twitter-Beitrag später, hielt aber seine Kritik an der „Willkommenskultur“ Angela Merkels aufrecht.

Für weiteren Unmut bei politischen Gegnern sorgte ein – inzwischen ebenfalls gelöschtes – Facebook-Foto Krahs, das ihn am Tag des Amoklaufs zusammen mit dem erzkonservativen Publizisten Michael Klonovsky in einem Münchner Biergarten zeigt. Klonovsky ist ehemaliger Redakteur des Magazins „Focus“ und hat sich vor kurzem als Berater von AfD-Chefin Frauke Petry verdingt. Krah kommentierte das Bild mit den Worten: „Wir wollten etwas Lustiges posten. Das hat sich nun erledigt. Wir sind wohlauf.“

Seinen Tweet sieht Krah laut DNN-Bericht mittlerweile als „massiven Fehler“ an. „Im Moment, in dem in München Menschen sterben, diesen Satz zu schreiben, war sicherlich nicht angemessen. Ich habe unter dem Eindruck der Ereignisse in München gegen meine eigenen Regeln verstoßen“, so Krah, der jedoch eine „Politik der offenen Grenzen“ weiterhin ablehnt. Er positioniere sich „so klar, weil ich will, dass sich etwas ändert“.

Zur Bekräftigung seiner Ansichten teilte Krah im Zuge der Debatte um seinen München-Tweet einen Beitrag bei Facebook, den er im August 2015 auf seiner Homepage veröffentlicht hatte. Darin heißt es unter der Überschrift „Was kommt auf uns zu? – Fakten und Schlussfolgerungen zur Flüchtlingsdebatte aus Sommer 2015“ unter anderem: „Wir müssen uns auf grundlegende Veränderungen unserer Art zu leben einstellen; unser Land wird härter, gefährlicher, unsolidarischer“. In seinen Warnungen sieht sich der Dresdner CDU-Politiker nun offenbar bestätigt.

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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

Webseite: https://www.sachsen-depesche.de/show/author/55-michael-krug.html
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