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PEGIDA auf dem Dresdner Altmarkt

Chor der Gefangenen

Donnerstag, 31 August 2017 04:53 geschrieben von  Jan Erbenfeld
Blasmusik aus St. Petersburg auf der Wilsdruffer Straße Blasmusik aus St. Petersburg auf der Wilsdruffer Straße Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden - 123. PEGIDA-Veranstaltung bei schönstem Sommerwetter auf dem Dresdner Altmarkt. Einführende Worte von Wolfgang Taufkirch und eine Schweigeminute für die jüngsten Opfer des „Moslem-Terrors“. Sicher, die Bundestagswahlen rücken näher, der Ton wird rauher, nicht nur hier auf dem Platz. Im Anschluß brechen die Pegidianer zum obligatorischen „Spaziergang“ durch die Dresdner Innenstadt auf, geht es in farbenfrohem Gepränge über die Wilsdruffer hin zum Pirnaischen Platz.

 

Rechts am Weg gibt es heute wieder Blasmusik aus St. Petersburg, werden im Wechsel das Deutschlandlied und Verdis „Chor der Gefangenen“ aus der Oper „Nabucco“ intoniert. Nicht ganz unpassend, denn als „gefangen“ - in den Vorstellungen traditioneller Lebenswelten – gelten sie doch, die jetzt applaudierenden und mitsingenden „Spaziergänger“. Vielleicht 3000 werden es sein, überwiegend reife Semester, darunter auffallend viele Frauen. Die gefürchteten „Nazis“ und „Rassisten“ wird man hier vergebens suchen, es sind einfache Menschen, die berühmten „kleinen Leute“, denen Politiker ansonsten gern das Blaue vom Himmel versprechen.

Gastredner an diesem Montag ist „Karli“ aus Brandenburg, der als „Praktikant der Einprozent-Bewegung“ angekündigt wird. „Karli“ meint, das gemeinsame Ziel sei, Deutschland „für uns und unsere Kinder zu erhalten“ und wenn notwendig, „auch zurückzuerobern“. Dann folgen Versatzstücke aus dem Repertoire des Rechtspopulismus und fünf Stichworte auf die Frage, was denn jenseits von PEGIDA getan werden könne. Das geht von Vereinsmitgliedschaften über Vernetzung bis zum gemeinsamen Eintritt in die AfD, damit die Partei „in der Spur“ bleibe.

Es ist nicht bekannt, ob Siegfried Däbritz, der jetzt ans Mikrophon tretende PEGIDA-Vize, inzwischen Mitglied der AfD geworden ist, gefallen dürfte ihm „Karlis“ Vorschlag allemal. Der stämmige Meißner wisse manchmal nicht, ob er lachen oder weinen solle, so beim jüngsten Vorschlag der Bundeskanzlerin, den Schleppern in Afrika nunmehr „Jobs zu verschaffen“. Oder den 500 000 „Schafen“, die jüngst in Barcelona – am 17. August Schauplatz eines IS-Terroranschlages mit mehr als 13 Toten - unter dem Motto „Wir haben keine Angst“ auf die Straße gingen. Wäre es nicht besser besser, das „Problem zu benennen“ und „aufzubegehren“?

Eine gute Nachricht sei, daß es den Aktivisten der „Defend Europe“-Mission der Idenitären Bewegung (IB), trotz aller Behinderungen durch die Regierung Maltas, gelungen wäre, wohlbehalten wieder nach Hause zu kommen. Die über Wochen fortgeführte Mission hatte zum Ziel, die umstrittene Tätigkeit der NGOs im Mittelmeer zu dokumentieren. In Malta waren der „C-Star“ zuvor jegliche Anlegeerlaubnis verweigert und selbst Versorgungsschiffe mit Trinkwasser am Auslaufen gehindert worden. Doch hätten „maltesische Patrioten“ das Embargo durchbrochen und mit eigenen Booten die Crew der Identitären versorgt. Demnächst werde man diese „Helden“ von „Defend Europe“ hier auf der Dresdner Bühne haben. Einen Vorgeschmack feierlicher Erwartung bieten dann noch Taschenlampen und die Nationalhymne, womit dieser Demoabend sein Ende findet.

Zum Abschluß die Nationalhymne - PEGIDA in Dresden | Quelle: Jan Erbenfeld
Zum Abschluß die Nationalhymne - PEGIDA in Dresden
Quelle: Jan Erbenfeld

 

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