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Nutzerkonten sollen „Fake News“ gestreut haben

Facebook sperrt 30.000 Accounts von Anhängern der französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen

Donnerstag, 20 April 2017 21:11 geschrieben von  Johann W. Petersen
Marine Le Pen, Präsidentschaftskandidatin des Front National Marine Le Pen, Präsidentschaftskandidatin des Front National Quelle: wikimedia.org | Kremlin.ru | CC-BY 4.0

Paris – Das soziale Netzwerk Facebook hat kurz vor dem ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen rund 30.000 Accounts von Anhängern der Front-National-Kandidatin Marine Le Pen sperren lassen. Als Begründung führte Facebook an, die Nutzerkonten seien für zahlreiche Falschmeldungen verantwortlich gewesen. Der Front National reagierte mit einem Protest und forderte das Netzwerk auf, die Accounts wieder freizuschalten.

Offenbar fürchtet man eine Art Trump-Effekt. Nach dem Wahlerfolg des Republikaners bei den US-Präsidentschaftswahlen kam die These auf, gezielte „Fake News“, die über die sozialen Netzwerke gestreut worden seien, hätten den Ausschlag bei seinem Sieg über Hillary Clinton gegeben. Facebook kündigte schon damals an, Maßnahmen zu ergreifen, die einen möglichen Missbrauch der Accounts künftig verhindern sollen. Die Sperrung der Le-Pen-Unterstützer ist vermutlich in diesem Zusammenhang zu sehen.

In Deutschland will Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) mit seinem neuartigen „Netzwerkdurchsuchungsgesetz“ Facebook und andere Medienkanäle unter Druck setzen, die ebenfalls groß angelegte Sperrungen von Nutzerkonten unter dem Vorwand von „Fake News“ zur Folge haben könnten. Ob dies im Einzelfall immer berechtigt ist, erscheint zumindest zweifelhaft. Das Beispiel Frankreich zeigt, was demnächst auch im Bundestagswahlkampf passieren könnte. Vertreter der Alternative für Deutschland (AfD), die ähnliche Maßnahmen befürchten, zeigten sich bereits besorgt.

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