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PEGIDA nach den Bundestagswahlen in Dresden

Hoffnungen in Blau

Donnerstag, 28 September 2017 12:43 geschrieben von  Jan Erbenfeld
Renate Sandvoss am Montag an der Frauenkirche Renate Sandvoss am Montag an der Frauenkirche Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – 25. September 2017: Tag eins nach der Bundestagswahl und Merkel sei immer noch da, meint Wolfgang Taufkirch als Versammlungsleiter auf dem Neumarkt. Feiern dürfe man aber schon, denn PEGIDA habe „entscheidenden Anteil“ am Wahlerfolg der AfD, jener wahrhaftig „umstrittenen“ Partei, die am Vortag aus dem Stand drittstärkste politische Kraft geworden war, in Mitteldeutschland Rang 2 und in Sachsen, dem Mutterland politischer Unruhestiftung, mit 27 Prozent gar den ersten Platz belegt. Das könnte stimmen, denn ohne die ausdauernden Pegidianer hätte es an der Elbe wohl nicht annähernd so viel Öffentlichkeit und Unterstützung für die Rechtspopulisten gegeben. Also dominiert die Feierstimmung, dazu kommen die üblichen Ansprachen.

Die Journalistin Renate Sandvoss erklärt im Überschwang, gleich vom Schwarzwald nach Sachsen ziehen zu wollen. Von einem sächsischen PEGIDA-Ministerpräsidenten schwadroniert Lutz Bachmann, und Michael Stürzenberger deutet Frauke Petrys Rückzug als „Dolchstoß“ in den Rücken der AfD-Spitze. Das Publikum skandiert wie eh und je „Merkel muß weg!“, „spaziert“ durch die Innenstadt, dann ist die 127. Dresdner PEGIDA auch schon Vergangenheit.

Fast vergangen scheint die Ära des politischen Stillstands, jenes großkoalitionären Einheitsbreis, der „Alternativlosigkeit“. Nicht wenige Menschen hoffen nun auf eine neue politische Kultur, die, von echten Debatten und einer größeren Meinungsvielfalt geprägt, mehr bürgerschaftliche Teilhabe zuläßt. Auch die Dresdner Montagsdemonstrationen könnten dazu beitragen.

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