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Landesparteitag der Liberalen wirft seine Schatten voraus

Machtkampf in der FDP Sachsen: Robert Malorny will Holger Zastrow verdrängen

Donnerstag, 18 Mai 2017 18:48 geschrieben von 
FDP-Kontrahenten Holger Zastrow (l.), Robert Malorny FDP-Kontrahenten Holger Zastrow (l.), Robert Malorny Quelle: Zastrow: wikimedia.org | Steffen Prößdorf | CC BY-SA 3.0 de; Malorny: xing.com | Robert Malorny

Glauchau – Rund 250 Delegierte der sächsischen FDP kommen am Sonnabend in der Sachsenlandhalle Glauchau zu einem Parteitag zusammen, um einen neuen Landesvorstand zu wählen. An die Spitze drängt es erneut Holger Zastrow, der schon seit 1999 als Chef der FDP in Sachsen amtiert. Der Dresdner Haudegen ist in der Partei jedoch längst nicht mehr unumstritten.

Das musste er nicht nur bei der Aufstellung des FDP-Direktkandidaten zur Bundestagswahl in seinem Heimatwahlkreis schmerzlich erfahren, wo er gegen den Lego-Unternehmer Christoph Blödner unterlag, sondern auch beim letzten Landesparteitag im März, als die Sachsen-FDP ihre Landesliste für die Bundestagswahl aufstellte und es Zastrow-Mann Torsten Herbst nur knapp gelang, sich als Spitzenkandidat durchzusetzen.

Gegen Zastrow wird am Sonnabend ein „alter Bekannter“ kandidieren, nämlich der Dresdner Werksleiter Robert Malorny, derzeit Vizechef der FDP in Sachsen, der Herbst im März beinahe auf die Plätze verwiesen hätte. Hinter Malorny sammeln sich die Unzufriedenen, aber auch die Linksliberalen, denen der bürgerlich-liberale bis nationalliberale Kurs von Zastrow schon lange ein Dorn im Auge ist. Zu den Zastrow-Kritikern gehört auch die Jungliberale Aktion (JuliA), der Jugendverband der sächsischen FDP, der von Philipp Hartewig angeführt wird. Sehr deutlich gegen den amtierenden Landeschef positioniert hatte sich auch Marcus Viefeld, bis vor kurzem noch Vorsitzender des mitgliederstarken Leipziger Kreisverbandes.

Malorny werden durchaus Chancen eingeräumt, Zastrow von der FDP-Spitze verdrängen zu können, zumal es auch in seinem Dresdner Kreisverband gärt. Eine echte Hausmacht hat der langjährige Landeschef, der auch Mitglied des FDP-Bundespräsidiums ist, schon lange nicht mehr, und viele sächsische Liberale sehnen sich nach den guten Wahlergebnissen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen nach einem Neuanfang im Freistaat. Politische Beobachter sprechen davon, dass Glauchau der spannendste Parteitag der sächsischen FDP seit Jahren wird. Ob Zastrow die Fortune nun ganz abhandenkommt, wird sich am Sonnabend zeigen.

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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

Webseite: https://www.sachsen-depesche.de/show/author/55-michael-krug.html
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