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Rechtspopulismus in Dresden

PEGIDA am 6. August auf dem Altmarkt

Dienstag, 07 August 2018 19:27 geschrieben von  Jan Erbenfeld
Keine Sicht für die Antifa - bei PEGIDA auf dem Altmarkt Keine Sicht für die Antifa - bei PEGIDA auf dem Altmarkt Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Den „ANTIFAschistischen Schutzwall“ (O-Ton Pegida) an der Ostseite des Altmarktes muß man gesehen haben: Ein um die 30 Meter langes und mehr als zwei Meter hohes Deutschlandbanner versperrt den schwarzbekleideten Gegendemonstranten auch an diesem Montag die Sicht auf die 152. PEGIDA in der Landeshauptstadt. Trotz anhaltend hochsommerlicher Temperaturen sind an die 2000 Gefolgsleute im gewohnten Fahnengepränge erschienen. Wolfgang Taufkirch beginnt mit der Bilanz der letzten Tage und kommt dann zum Verfassungsschutz.

Der neue Verfassungsschutzbericht sei der „schlampigste Katalog“, den er, Taufkirch, je von einer Bundesbehörde gelesen habe. So werden beim Thema „Islamismus / Islamistischer Terror“ zwar Organisationen genannt, in der Spalte „Mitglieder“ stünde jedoch meist „keine gesicherten Zahlen“. Dagegen werde „anhand von Internetauftritten“ geschätzt, daß 16.500 Reichsbürger in Deutschland lebten, und man vermute, daß 1100 davon eine „Affinität zu Waffen“ hätten. 13.074 Delikte von Links- und Rechtsextremisten seien aufgeführt, denen 167.268 Straftaten von „Scheinasylanten“ gegenüberstünden.

Später geht es zum obligatorischen „Spaziergang“ durch die Innenstadt. Dann eine Ansprache von Lutz Bachmann, der sich in gewohnter Großspurigkeit am Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime Mazyek und Verfassungsschutzpräsident Maaßen abarbeitet, an „Verräterpolitikern“, „Lügenpresse“, „Politverbrechern in Brüssel“ und dem sächsischen „Noch-Ministerpräsidenten Kretschmer“. Nein, beim Austeilen ist „der Lutz“ noch nie besonders zimperlich gewesen, und je derber sein Ton, desto kräftiger der Beifall auf dem Platz für den im „Exil“ auf Teneriffa lebenden PEGIDA-Gründer.

Noch am Abend wird das Boulevard-Blatt Tag24 berichten, daß Bachmann erst Stunden zuvor im Dresdner Amtsgericht präsent war, da Ines A., eine frühere PEGIDA-Ordnerin, ihn im Internet als „größenwahnsinnigen Narzissten“ und „degenerierten Hochstapler“ beleidigt habe. Außerdem soll Bachmann, der in T-Shirt, Shorts und Badelatschen vor Gericht erschienen sei, 16 weitere Internet-Kommentare der abtrünnigen Ordnerin zur Anzeige gebracht haben, die der Staatsanwaltschaft allerdings noch nicht vorlägen. Gegen eine Geldbuße sei das Verfahren schließlich eingestellt worden,einzige Auflage: Ines A. müsse 100 Euro zahlen - an das „Netzwerk Demokratie und Courage“.

Letzte Änderung am Donnerstag, 09 August 2018 14:56
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