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PEGIDA auf dem Dresdner Altmarkt

Mittwoch, 02 August 2017 01:31 geschrieben von  Jan Erbenfeld
PEGIDA am 31. Juli in Dresden PEGIDA am 31. Juli in Dresden Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden - 120. Pegidaveranstaltung. Zu Beginn eine Gedenkminute für die Opfer der Mordanschläge vom zurückliegenden Wochenende in Hamburg und Konstanz. Nach dem obligatorischen „Spaziergang“ spricht der Vorsitzende der einwanderungskritischen Bürgerinitiative „Zukunft Heimat“ aus dem brandenburgischen Golßen (Spreewald), Hans Christoph Berndt. Der zierliche Charité-Zahnarzt arbeitet sich an der SPD und deren Spitzenkandidaten Martin Schulz ab, den er einen „Politclown“ nennt, welcher ausgerechnet jetzt das Flüchtlingsthema für sich entdeckt habe. Dann läßt Berndt das Jahr 2015 Revue passieren, vom PEGIDA-Geburtstag zur Gründung von „Zukunft Heimat“. Der Ruf „Wir sind das Volk“ erklang damals lautstark, wie seit 1989 nicht mehr. Doch Angela Merkel sei immer noch da und einige Demonstranten hätten sich zurückgezogen. „International vernetzte Eliten“ würden jeden Gedanken an eine „nationale Identität“ bekämpfen.

Beispielhaft dafür stehe der sozialdemokratische Vizepräsident der EU-Kommission Frans Timmermann, der 2016 in einer Rede vor dem EU-Parlament gefordert habe „monokulturelle Staaten“ müßten verschwinden, die Zukunft der Menschheit beruhe auf einer „vermischten Superkultur“. Europäische Kultur und europäisches Erbe seien lediglich „soziale Konstrukte“, Europa schon immer „Kontinent der Migranten“. Wer keine „multikulturelle Vielfalt“ akzeptiere, stelle den Frieden infrage, zitiert Berndt den EU-Kommissar weiter, kein Land dürfe der „unvermeidlichen Vermischung“ entgehen. Bei den Pegidianern lösen diese Sätze ein dumpfes Aufstöhnen und empörte Pfiffe aus. Timmermann, so Berndt, offenbare den wahren Grund der Flüchtlingskrise: „einen Angriff auf die europäischen Nationen und Nationalstaaten“. Das Schlachtfeld, auf dem sich diese Auseinandersetzung abspiele, sei Deutschland.

Als Schlachtfeld in Dresden aber diente in der Nacht zum Sonnabend der Alaunplatz. In der Äußeren Neustadt waren 70 Personen aneinandergeraten, die laut Polizei „aus dem nordafrikanischen/arabischen Raum“ stammen sollen. Ein Syrer und ein Iraker seien ins Krankenhaus gebracht, Waffen und Drogen sichergestellt worden. Schlachtfeld ist auch das Mittelmeer, wo jeden Tag ein erbitterter Kampf zwischen libyscher Küstenwache, Frontex und umstrittenen NGOs um tausende afrikanische Flüchtlinge geführt wird, deren Ziel Europa ist. Seit Dienstag ist auch die neurechte „Identitäre Bewegung“ mit eigenem Schiff „C-Star“wieder vor Ort, um diese „Schlacht“ zu dokumentieren. Für PEGIDA sind die – vom Verfassungsschutz beobachteten – Identitären so etwas wie Helden, neuzeitliche Robin Hoods, die den politischen Eliten mit frechen Streichen das Leben schwer machen. Vom politisierenden Zahnarzt aus Cottbus gibt es dafür „herzliche Grüße und ein kräftiges Dankeschön“, was das Publikum mit Jubel und ebenfalls anwesende Antifa-Aktivisten mit einem Wutgeheul quittieren.

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