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Einsatz unterm Regenschirm

PEGIDA auf dem Dresdner Neumarkt

Dienstag, 25 Juli 2017 19:29 geschrieben von  Jan Erbenfeld
Schmuddelwetter am Montag auf dem Dresdner Neumarkt Schmuddelwetter am Montag auf dem Dresdner Neumarkt Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Schmuddelwetter und Regenschirme gab es bei der 119. Dresdner PEGIDA-Veranstaltung auf dem prall gefüllten Neumarkt. Am MDR-Sommerinterview mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert - „wohlwollende Fragen und vorgefertigte Antworten“ - erhitzt der Versammlungsleiter die Gemüter. Dabei könne man offen miteinander über die Probleme Dresdens reden, so Wolfgang Taufkirch, über 997 Ausreisepflichtige, über den Anteil von 78 % männlicher Migranten im Alter von 20 bis 29 Jahren, der Altersgruppe, die für den Anstieg von Sexual- und Drogendelikten in der Stadt maßgeblich verantwortlich sei. Hilbert wisse, daß sich unter den Zuwanderern auch sogenannte „Gefährder“ befänden und daß der Aufenthalt von 612 Asylsuchenden in Dresden unbekannt sei. „Hilbert weg“, skandieren die Pegidianer.

Nach Lutz Bachmann würden die Etablierten immer „saurer“, da sich ihre „schändlichen Taten“ nicht mehr „vertuschen“ ließen. Die Vernetzung von Menschen, welche nicht mehr alles hinnähmen, wachse stetig, was mit den „alternativen Informationswegen“ zu tun habe, derer man sich zunehmend zu bedienen wisse. Kraftmeiernde Phrasen des Pegida-Gründers hört man freilich seit Jahren, nur daß es ehedem noch keine NGO-Seeretter gab, deren umstrittenes Wirken im Mittelmeer die Stimmung weiter anheizt. Nach einem Appell „Unterstützt uns und unsere Partner“, wobei nicht zuletzt an die Spendenbereitschaft des Publikums gedacht war, die pathetische Schlußformel: „Wir werden siegen!“

Pathos gibt es ebenso ein paar Meter weiter, bei der Gegendemonstration der Antifa, Motto: „Nationalismus raus aus den Köpfen - Gegen Repression antirassistischer Proteste“. Auch hier zahlreiche Regenschirme, geht es doch um „Solidarität mit Oli“, einem 27jährigen Aktivisten, der kürzlich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung gegen einen Polizeibeamten zu einer achtmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden war. „Oli“, im vergangenen Jahr bei einer Anti-PEGIDA-Demo auf dem Neumarkt an einer Rangelei beteiligt, soll laut Anklage dabei einem Polizisten auf den Kopf geschlagen haben. Mit einem Regenschirm.

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