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Vor der Bundestagswahl

PEGIDA und AFD an der Frauenkirche

Mittwoch, 20 September 2017 01:39 geschrieben von  Jan Erbenfeld
PEGIDA und AfD-Anhänger am Montag auf dem Neumarkt PEGIDA und AfD-Anhänger am Montag auf dem Neumarkt Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – 126. PEGIDA in der Landeshauptstadt und zugleich Wahlkampfveranstaltung der sächsischen AfD auf dem Neumarkt. Nach kurzen Ansprachen von Wolfgang Taufkirch, Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz gibt es den obligatorischen „Spaziergang“ durch die Dresdner Innenstadt. Auf der AfD-Bühne folgen mit Jens Maier (Dresden), Rechtsanwalt Dubravko Mandic (Freiburg) und dem TU-Professor Heiko Hessenkemper (Freiberg) drei Bundestagsdirektkandidaten mit den üblichen Wahlkampfreden aus dem Arsenal des Rechtspopulismus. Nichts, was man nicht schon unzählige Male gehört hätte. Der Ton auf der Bühne ist streckenweise so derb, wie die Wut im Publikum groß ist. Wohl an die 4000 Sachsen könnten es sein, der übriggebliebene Kern jener Empörung, die vor drei Jahren begann, und noch immer von der verzweifelten Hoffnung getragen wird – gehört und verstanden zu werden.

Längst rollt die Kugel, bis zu den Bundestagswahlen sind es nur noch wenige Tage. Scheinbar unaufhaltsam konturiert sich Woche für Woche eine neuartige Welt jenseits des bislang Vertrauten, was von den Funktionseliten als notwendiger Modernisierungsprozeß verstanden, für die hier auf dem Neumarkt Versammelten hingegen als existentielle Bedrohung empfunden wird. Selten war man sich derart uneins, war das Land so zerrissen, die Atmosphäre vergiftet zwischen Ohnmacht und Wut, ja Haß. Inwieweit das Bestreben von PEGIDA und AfD, das Rad der Geschichte noch einmal zurückzudrehen, repräsentativ bzw. erfolgreich ist, werden am Sonntag die Wähler zu entscheiden haben. Fest steht schon jetzt, daß darüber in einer Woche erbittert diskutiert werden wird, bei PEGIDA in der Innenstadt von Dresden.

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