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Rechtspopulismus in Dresden

PEGIDAS 131. auf dem Theaterplatz

Freitag, 01 Dezember 2017 14:23 geschrieben von  Jan Erbenfeld
Immer im Kreis? PEGIDA am Montag in Dresden Immer im Kreis? PEGIDA am Montag in Dresden Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – 27. November 2017. Wolfgang Taufkirch („Nur hier auf der Straße werden wir gehört und gesehen“), Michael Stürzenberger („Die FDP ist mittlerweile konservativer und patriotischer als die CDU/CSU“), Lutz Bachmann („Merkel-muss-weg-Marken für Deutschland“) und Siegfried Däbritz („Ich werde keinen dieser eingebunkerten Weihnachtsmärkte besuchen“) - es ist der immergleiche PEGIDA-Abend mit dem obligatorischen „Spaziergang“, den obligatorischen Redebeiträgen, den obligatorischen Merkel-muß-weg-Rufen und dem obligatorischen Antifa-Trupp am Rande.

Wer da an der Semperoper auf wegweisende Konzeptionen, kühne Strategien und ein mit der Erfahrung von mehr als drei Jahren mitreißend inszeniertes politisches Forum hofft, ist auf der falschen Veranstaltung. Und selbst die Verdreifachung der jetzt vielleicht 1500 Pegidianer hätte an diesem Montagabend wenig Unterschied gemacht: Von der 2014/15 die Republik erschütternden PEGIDA sind nur der Mythos und erstarrte Rituale geblieben. Allein die Fiktion der eigenen Wirkmächtigkeit, phrasenhaft Woche für Woche als Dauermantra aufgesagt, hält den Laden noch zusammen, auch wenn kaum jemand eine Vorstellung hat, wohin die Reise überhaupt gehen soll.

Ein nüchterner Blick zurück zeigt das Dilemma. Auf Youtube findet sich ein Filmdokument, das „Mobilisierungsvideo“ für den 5. Januar 2015. Die Aufnahmen aus vorangegangenen Protestkundgebungen: https://www.youtube.com/watch?v=93lF3CXTAL4 atmen die Atmosphäre einer dynamischen Zeit, Äonen von der heutigen Szenerie entfernt. Was damals wie ein frohgemuter Aufbruch einer sich ihrer eigenen Kraft bewußt werdenden Bürgerschaft daherkam, schleppt sich heute mißvergnügt und orientierungslos durch die Straßen der Stadt. Die Vitalität der Anfangszeit ist einer unfruchtbaren Negation gewichen, aus der kein Weg mehr herauszuführen scheint. Quo vadis, PEGIDA?

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