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Zahl der Straftaten gegen „queere Menschen“ angestiegen

Sachsens LINKE unterstützt den „Tag gegen Homo-, Trans*- und Interfeindlichkeit“

Mittwoch, 17 Mai 2017 00:28 geschrieben von  Johann W. Petersen
Regenbogen-Fahne Regenbogen-Fahne Quelle: pixabay.com

Dresden – Die sächsische LINKE unterstützt auch in diesem Jahr wieder den „Internationalen Tag gegen Homo-, Trans*- und Interfeindlichkeit“ am 17. Mai. In einer Erklärung vom Dienstag heißt es dazu: „Weltweit gehen hunderte Menschen für eine selbstbestimmte und gewaltfreie Gesellschaft auf die Straße. Hass, Diskriminierung und Gewalt gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*-, Intersexuelle und queere Menschen (LGBTTIQ*) sind nach wie vor in Sachsen, Deutschland und Europa an der Tagesordnung.“

Anja Eichhorn, Sprecherin für Gleichstellung und feministische Politik der sächsischen LINKEN, führte dazu näher aus: „Es muss unser aller Aufgabe sein, sich für eine Gesellschaft stark machen, in der ein respektvoller Umgang selbstverständlich und in der Homo-, Trans*- und Interfeindlichkeit geächtet ist. Um jede Form von Diskriminierung und Gewalt zu bekämpfen, müssen wir dafür Sorge tragen ungleiche Zugänge sichtbar zu machen und die Rechte von LGBTTIQ* zu stärken. Der konsequente Einsatz für mehr gesellschaftliche Akzeptanz vielfältigster Lebensweisen ist dafür unabdingbar.“

Hintergrund des Aufrufs der LINKEN ist ein Bericht des RBB, nach dem die Berliner Polizei 2016 so viele Straftaten gegen „queere Menschen“ wie noch nie zuvor registriert hat. Demnach gab es 162 Fälle – und damit 44 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Gewalttaten stieg dem Bericht zufolge von 44 Fällen im Jahr 2015 auf 64 Fälle im Jahr 2016. Auch Sachbeschädigungen und Beleidigungen nahmen zu – von 72 Fällen im Jahr 2015 auf 96 Fälle im letzten Jahr. Es sei davon auszugehen, dass die Dunkelziffern weitaus höher liegen, heißt es in dem Bericht.

Keine Aussage trifft der RBB-Bericht darüber, wie viele der Straftaten auf das Konto religiös und kulturell motivierter Täter gehen. Mehrere Studien haben ergeben, dass insbesondere bei Zuwanderern aus dem islamischen Kulturkreis und Menschen mit Migrationshintergrund, die entsprechend sozialisiert wurden, ein hohes Maß an Homosexuellenfeindlichkeit anzutreffen ist. Diese Problematik spart auch die LINKE in ihrer Veröffentlichung zum „Tag gegen Homo-, Trans*- und Interfeindlichkeit“ gänzlich aus.

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Redaktion