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Rechtspopulismus in Dresden

Siegfried Däbritz bei PEGIDA auf dem Altmarkt

Mittwoch, 11 Juli 2018 18:39 geschrieben von  Jan Erbenfeld
PEGIDA am Montag in Dresden PEGIDA am Montag in Dresden Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – Feierstimmung ist es nicht, die jene rund 3000 Demonstranten bei schönstem Sommerwetter auf dem Altmarkt zusammenkommen läßt. Und doch zählt man an diesem Montagabend die 150. PEGIDA in der Landeshauptstadt. Als zweiter Redner steht Siegfried Däbritz auf dem Sprecherwagen, der - gewohnt sarkastisch – die politischen Ereignisse der letzten Tage kommentiert.

Italiens Innenminister Matteo Salvini tue alles „um sein Land zu schützen“. Nachdem zuerst den privaten Seenotrettern die Benutzung italienischer Häfen verweigert wurde, ginge es nun darum, auch das „Anlanden anderer Schiffe, mit an Bord genommenen ‚Siedlern“ zu verhindern. Dies betreffe ebenso jene EU- und Nato-Missionen „Sophia“ und „Triton“ und sei eine „Riesen-Baustelle“. Aber auch so könne man die „Herren und Damen Bootsfahrer“ wieder in Afrika an Land bringen. Sobald Illegale und Schlepper merkten, daß kein Durchkommen mehr nach Europa möglich sei, würden deren Versuche massiv zurückgehen. Doch der Wanderungsdruck verlagere sich nach Spanien bzw. dessen nordafrikanischen Exklaven Ceuta und Melilla. Der Innenminister der sozialistischen spanischen Regierung wolle dort gerade den Stacheldraht abbauen, „damit sich die Wandersleute nicht verletzten“. „Horst und Angie“ aber könne man „leise kichern“ hören, wie gut es ihnen doch gelungen sei, „uns alle zu versch ... ,mit lächerlichem TamTam um Kontrollaktionen an drei Grenzübergängen zu Österreich“, während die „ganze Westflanke“ offenstehe „wie der Mund von Ralf Stegner“, wenn er die neuesten Umfragewerte der AfD lese.

Tatsächlich verbessern sich - laut aktuellem Insa-Trend, den das Marktforschungsinstitut wöchentlich für BILD erhebt - die Rechtspopulisten auf bundesweit 17,5 Prozent und überholen die (um 2 Punkte abstürzenden) Sozialdemokraten als zweitstärkste Partei. Damit verpaßt die Große Koalition mit nur noch 46 Prozent ihre Regierungsmehrheit. Doch mit der Anspannung wächst auch die Wut, wird der Ton der Auseinandersetzung schriller. Denn was nutzen die besten Umfragewerte der AfD, wenn Koalitionspartner fehlen und die sture Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen längst zum Kalkül politischen Machterhalts gehört?

Letzte Änderung am Freitag, 13 Juli 2018 13:55
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