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„Ungarns Position hat sich deutlich verbessert“

Ungarn: Lob von Premier Viktor Orbán und Außenminister Péter Szijjártó für Donald Trump

Donnerstag, 01 Dezember 2016 00:11 geschrieben von  Johann W. Petersen
Viktor Orbán Viktor Orbán

Budapest – Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat erstmals Details aus seinem Telefonat mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump verraten. „Donald Trump hat deutlich gemacht, dass er viel von Ungarn hält“, so Orbán in einem Interview mit der Wirtschaftszeitschrift „Világgazdaság“. Er gehe davon aus, dass „Ungarns Position sich deutlich verbessert hat“, erklärte der ungarische Premier.

Orbán weiter: „Ich spürte, dass Trump weiß, dass die Ungarn Freiheitskämpfer und ein tapferes Volk sind, dessen wirtschaftliche Erfolge in den vergangenen sechs Jahren hervorragend sind. Er lud mich nach Washington ein, und als ich ihm sagte, dass es schon lange her ist, als ich zuletzt dort war und damals wie ein schwarzes Schaf behandelt wurde, antwortete er nur lächelnd, dass er auch so behandelt wurde.“

Laut Orbán habe Amerika durch Trump einen Präsidenten erhalten, der „ideologisch nicht begrenzt, also ein offener Mensch ist“ und sich viel mehr um Erfolg und Effizienz kümmere als um politische Theorien. „Es ist günstig für uns, weil die Fakten für uns sprechen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den USA ist schon bisher gut gewesen, nur im ideologischen Bereich gab es Hindernisse“, so der ungarische Ministerpräsident.

Ebenfalls positiv über den künftigen US-Präsidenten geäußert hat sich Ungarns Außenminister Péter Szijjártó. Der Wahlsieg Trumps sei gut für Ungarn und Europa, da der Nachfolger Obamas den „Export der Demokratie“ nicht fortsetzen wolle, so Szijjártó im Gespräch mit dem Nachrichtenportal „origo.hu“.

Weiter erklärte der ungarische Außenminister: „Die bisherige Außenpolitik der USA hat nicht berücksichtigt, dass aufgrund der unterschiedlichen Religionen und kulturellen Gepflogenheiten und Traditionen eine einheitliche Lösung für jedes Land nicht funktionieren kann. Der Export der Demokratie [nach US-Muster; Anm. d. Verf.] war für die Welt schädlich.“

Mit Blick auf die Migrationskrise warnte Szijjártó in dem Interview, dass die Frage der verpflichtenden EU-Flüchtlingsquoten noch lange nicht vom Tisch sei, da Brüssel von diesem Plan, der alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zur Aufnahme von außereuropäischen Migranten verpflichten soll, nicht abrücken wolle. „Dieser Kampf wird noch längere Zeit andauern“, sagte der Fidesz-Politiker voraus.

Ungarn habe zu Selbstschutzmaßnahmen gegriffen, einen Grenzzaun errichtet, die personellen Grenzschutz-Ressourcen verstärkt und den strafrechtlichen Rahmen verschärft. Nach Ansicht Szijjártós sollte die EU in ähnlicher Weise verfahren, um alle Arten von illegalen Übertritten an den europäischen Außengrenzen einzudämmen.

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