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Anfrage der Landtagsabgeordneten Kirsten Muster (AfD)

Vernachlässigt die Staatsregierung das Thema Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen?

Mittwoch, 14 September 2016 01:31 geschrieben von  Johann W. Petersen
Dr. iur. Kirsten Muster (AfD) Dr. iur. Kirsten Muster (AfD) Quelle: Dr. iur. Kirsten Muster

Dresden – Sachsens Kulturministerin Brunhild Kurth (CDU) hat auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Kirsten Muster (AfD) eingeräumt, dass es in Sachsen keine eigenständige Untersuchung über die Verbreitung von Antisemitismus unter Jugendlichen gibt. Mit Blick auf die laut einer wissenschaftlichen Studie insbesondere unter muslimischen Jugendlichen weit verbreitete Judenfeindschaft hatte Muster zudem gefragt, ob dieses Thema bei der Ausbildung von Lehrern im Freistaat entsprechend berücksichtigt werde. Auch hier musste die Ministerin passen. Nach Angaben von Kurth gibt es keine speziellen Schulungen der Fachseminarleiter, um die angehenden sächsischen Lehrer für dieses Problem zu sensibilisieren.

Der Antwort Kurths ist zu entnehmen, dass es im Rahmen der Ausbildung von Lehrern in Sachsen zuletzt lediglich drei Seminare gab, die sich eher allgemein mit den Themen „lsraelbild und Holocaust" und „Aktueller Antisemitismus“ befassten. Die AfD-Politikerin hatte sich in ihrer Anfrage auf den Abschlussbericht der Untersuchung „Soziale Beziehungen, Konfliktpotentiale und Vorurteile im Kontext von Erfahrungen verweigerter Teilhabe und Anerkennung bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund“ von Jürgen Mansel und Viktoria Spreyer aus dem Jahr 2010 bezogen, wonach bei insbesondere bei Jugendlichen aus muslimisch geprägten Zusammenhängen sowohl ein israelbezogener als auch ein religiös legitimierter oder klassischer Antisemitismus in hohem Maße feststellbar sei.

Jeder fünfte arabischstämmige Jugendliche stimmte laut dem Bericht der Aussage zu: „In meiner Religion sind es die Juden, die die Welt ins Unheil treiben.“ Noch höhere Werte wurden beim klassischen Antisemitismus gemessen. Der Behauptung „Juden haben in der Welt zu viel Einfluss“ pflichteten 35,8 Prozent der arabischen und 20,9 Prozent der türkischstämmigen Schüler bei. Bei Schülern ohne Migrationshintergrund lag dieser Wert lediglich bei 2,1 Prozent.

Für Kirsten Muster ist es vor diesem Hintergrund unverständlich, dass „die Staatsregierung dieses wichtige Thema so stiefmütterlich behandelt“, zumal das Thema „mit der Masseneinwanderung aus dem muslimischen Kulturkreis“ immer dringlicher werde. Zugleich übte die AfD-Abgeordnete Kritik an der früheren Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, die der AfD eine religionsfeindliche Haltung attestiert hatte, da die Partei in ihrem Grundsatzprogramm den Islam als nicht zu Deutschland zugehörig bezeichne.

Knobloch scheine zu übersehen, „welche Gefahr gerade für jüdische Mitbürger durch muslimische Einwanderer besteht“, so Muster. „In Frankreich verlassen bereits tausende Juden das Land aus Angst vor Übergriffen und zunehmender Islamisierung.“ Auch in Deutschland sei eine ähnliche Entwicklung zu befürchten, da durch die Flüchtlingspolitik Angela Merkels „muslimischer Antisemitismus im großen Stil nach Deutschland importiert“ werde, warnte die AfD-Politikerin.

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