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Rechtspopulismus in Dresden

Wolfgang Taufkirch bei PEGIDA am 8. Oktober

Freitag, 12 Oktober 2018 14:31 geschrieben von  Jan Erbenfeld
PEGIDA am Montag auf dem Altmarkt PEGIDA am Montag auf dem Altmarkt Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – 159. PEGIDA in der Landeshauptstadt auf dem Altmarkt. Gleich zu Beginn reflektiert Wolfgang Taufkirch die bevorstehenden Bayernwahl. Die CSU werde ihr schlechtestes, die Grünen ihr bestes Wahlergebnis erzielen können. In der Woche danach, so Taufkirch, wird - der in seiner Partei keine Rolle mehr spielende - Horst Seehofer aber „fallen“. Als „Hofnarr der Union“ habe der Innenminister keine politischen Akzente setzen können. Dann eine groteske Rückschau, ein Soll und Haben zwischen markigen Forderungen („Flüchtlingsobergrenze“, „Grenzkontrollen“) und promptem Zurückrudern des auch als „Horst Drehhofer“ bespöttelten Politikers.

Ein anderes Thema sei das von Brigitte Fischbacher und Jürgen Elsässer initiierte „Volksbegehren Grenzschutz“, welches PEGIDA bekanntlich mittrage. 76 Prozent der Bayern und 67 Prozent aller Deutschen „würden Grenzkontrollen für richtig finden.“ Leider lehne es der bayrische AfD-Landesvorstand ab, das Volksbegehren zu unterstützen. Vielmehr habe Landeschef Martin Sichart seinen Parteimitgliedern geschrieben, daß man es als AfD „nicht nötig“ habe, mit anderen Organisationen „gemeinsame Sache“ zu machen. Diese „Arroganz des Landesvorstandes“ aber teile nicht jedes bayrische Parteimitglied und „engagierte sich einfach n i c ht im Wahlkampf“. Vielleicht werde die AfD dann mit 10 anstatt 25 Prozent in den bayrischen Landtag einziehen ...

Als „Kämpfer auf der Straße für eine bessere Politik“ könne Taufkirch (die AfD-Politiker) nur mahnen: „Nehmt die Töpfe, die euch vorgesetzt werden, vergeßt aber niemals die Leute, die euch unterstützen, die Lebenszeit, Geld und viel Hoffnung in euch investieren.“ In Sachsen habe man diese Herausforderungen noch vor sich, stehe seit vier Jahren für ein Deutschland, in dem „wir, unsere Kinder und unsere Enkel gerne und gut leben!“ Wahrlich vier Jahre ist es her, seit die ersten Dresdner Montagsproteste im Oktober 2014 ihren Anfang nahmen. Deren Bilanz dürfte gemischt ausfallen, denn selten polarisierte eine Bürgerbewegung mit Hoffnung und Wut, Ausdauer und Resignation, Sympathie und Haß eine ganze Bevölkerung. Die „Geburtstagsfeier“ gibt es dann am 21. Oktober an der Dresdner Frauenkirche.

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