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Profitiert der Tischlermeister vom „Trump-Effekt“?

CDU-Dissident Tim Lochner tritt zur OB-Wahl in Pirna an

Donnerstag, 24 November 2016 20:02 geschrieben von 
Tim Lochner - Unabhängiger OB-Kandidat für Pirna Tim Lochner - Unabhängiger OB-Kandidat für Pirna Quelle: Tim Lochner (Facebook)

Pirna – Der vor gut einem Monat aus der CDU ausgetretene Pirnaer Tischlermeister und Stadtrat Tim Lochner (46) hat seine Kandidatur zur nächsten Oberbürgermeisterwahl angekündigt. Medienberichten zufolge will der Präsident des 1. FC Pirna, der für die Unionsabspaltung „MIT – Ihre Nachbarn für Pirna“ im Stadtparlament sitzt, am 15. Januar 2016 als unabhängiger Kandidat gegen den parteilosen Amtsinhaber Klaus-Peter Hanke und die von der CDU nominierte Unternehmerin Ina Hütter antreten. Lochner war am 26. Oktober aus der CDU ausgetreten. Ausschlaggebend war dabei die Frage der Nominierung Hütters zur OB-Wahl, die der MIT-Stadtrat als intransparent und undemokratisch ansieht.

Lochner, der Inhaber einer Tischlerei in Pirna-Jessen ist, galt zu Unionszeiten als Vertreter des mittelstandsnahen und konservativen Parteiflügels. Scharfe Kritik übte er an der Flüchtlingspolitik Angela Merkels. In einem Beitrag der ZDF-Sendung „Mona Lisa“ erklärte er sogar, dass er derzeit AfD wählen würde. Ein Beitritt zur Petry-Partei steht für Lochner aber derzeit offenbar nicht zur Debatte. Anders als der Dresdner CDU-Abtrünnige Maximilian Krah will sich der Pirnaer Tischlermeister vorerst nicht parteipolitisch neu orientieren. Krah, der seinen Beitritt zur AfD angekündigt hat, freut sich dennoch über Lochners OB-Kandidatur. „Die Pirnaer haben's gut, sie haben eine echte Wahl. Mit Tim können sie sich ihre Stadt zurückholen und zeigen, wie Demokratie funktioniert“, so der der Mitinhaber der Dresdner Rechtsanwaltskanzlei Weiler Krah Petersen LLP auf Facebook.

Politische Beobachter trauen Tim Lochner, der in Pirna als hochangesehener Bürger gilt und wegen seiner unternehmerischen Tätigkeit und seines Fußballvereinsengagements über zahlreiche Kontakte verfügt, einen Achtungserfolg zu. Dem konservativen CDU-Dissidenten kommt zudem die in der Sächsischen Schweiz besonders stark ausgeprägte Anti-Establishment-Haltung zugute. Manche erwarten sogar, dass der im Rathaus als Außenseiter gehandelte Lochner locker an seinen beiden Gegenkandidaten vorbeiziehen wird. In der Kreisstadt macht inzwischen das Wort vom „Pirnaer Trump“ die Runde.

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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

Webseite: https://www.sachsen-depesche.de/show/author/55-michael-krug.html
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