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Dresdner Oberbürgermeister ruft zu Wachsamkeit auf

Dirk Hilbert (FDP): Anschlag auch in Dresden nicht ganz auszuschließen

Donnerstag, 28 Juli 2016 13:28 geschrieben von 
Dirk Hilbert Dirk Hilbert Quelle: hilbert-fuer-dresden.de

Dresden – Der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat die Bürger nach den Anschlägen und Amokläufen der letzten Tage zu Wachsamkeit aufgefordert. In einem Interview mit der „Sächsischen Zeitung“ warnte er zugleich vor Hysterie und übertriebenen Erwartungen. „Wenn wir alle Plätze und Orte, wo mehr als fünf Menschen zusammenkommen, kontrollieren, legen wir das öffentliche Leben lahm“, so der Dresdner Rathauschef. „Aber ich fordere jeden auf, wachsam zu sein. Wenn jemandem etwas auffällt, sollten die Sicherheitsbehörden informiert werden.“

Anschläge von Einzeltätern könne man auch in Dresden nie ausschließen, so Hilbert weiter. Die Stadt unternehmen jedoch ihr Möglichstes, um die Gefahren zu minimieren. Weiter erklärte der OB: „Unter mehreren Tausend Menschen kann man nie ausschließen, einen dabei zu haben. Nicht unter Flüchtlingen, aber auch nicht unter Deutschen. Unser Ziel muss es sein, dafür zu sorgen, dass möglichst jeder eine Perspektive hat. Dass er gefordert und gefördert wird.“

Hilbert bekräftigte im Gespräch mit der „Sächsischen Zeitung“, dass die Stadt alles tue, um „Menschen, die in unserer Stadt als Flüchtlinge sind, in einen geregelten Tagesablauf zu bringen“, etwa durch Sprachkurse, Arbeitsangebote, berufliche Qualifizierung oder Unterbringung von Kindern in Kitas und Schulen. „Je besser wir da mit den Angeboten sind, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert“, meint der Dresdner Stadtchef.

Er gab aber auch zu bedenken: „Allerdings sind in den Fällen in Bayern die Täter in einem geregelten Ablauf gewesen, und trotzdem gab es keine Garantie. Viele sind gebürtig aus Deutschland, das hatte mit Flüchtlingen gar nichts zu tun. Deshalb warne ich davor: Flüchtling ist nicht gleich Attentäter. Diese Verkürzung ist geeignet, um Panik und Ängste zu schüren. Aber nicht, um eine qualifizierte Diskussion über Integration zu beginnen.“

Besonders hohe Sicherheitsvorkehrungen werde man bei den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2016 treffen. „Da sind führende Köpfe aus allen gesellschaftlichen Bereichen in unserer Stadt. Dann gilt Sicherheitsstufe eins. Das wird mit doppelter und dreifacher Aufmerksamkeit verfolgt werden – im Sicherheitsbereich und drum herum“, so Hilbert. Ein generelles Taschenverbot zu diesem Anlass schloss der Dresdner Oberbürgermeister allerdings aus.

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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

Webseite: https://www.sachsen-depesche.de/show/author/55-michael-krug.html
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