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Bert Wawrzinek bietet seinen Kunden nun auch DHL-Dienstleistungen an

Im HISTORICA Antiquariat geht jetzt die Post ab!

Samstag, 09 Juli 2016 18:30 geschrieben von 
HISTORICA-Inhaber Bert Wawrzinek (2.v.l.) mit Kunden bei der Eröffnung seines DHL-Shops HISTORICA-Inhaber Bert Wawrzinek (2.v.l.) mit Kunden bei der Eröffnung seines DHL-Shops Quelle: Bert Wawrzinek

Dresden – Bislang war das HISTORICA Antiquariat in der Dresdner Heinrichstraße nur für seine hervorragende Auswahl an wertvollen Büchern und alten Stichen bekannt, nun lässt Inhaber Bert Wawrzinek auch die Post abgehen – und das im wörtlichen Sinne.

Neu ist nämlich, dass in dem Geschäft auch ein DHL-Shop untergebracht ist: Es gibt Paket- und Päckchenmarken, Sendungen können dort verbleiben und werden täglich abgeholt, außerdem können bereits freigemachte DHL-Sendungen abgegeben werden, dergleichen Retouren. Auch die Entgegennahme von DHL-Sendungen für temporär abwesende Empfänger ist möglich. Zu guter Letzt können auch Markensets und Einzelbriefmarken im Antiquariat erworben werden.

„Der Gedanke mit dem DHL-Shop ist, dass man in diesen, gerade für Bücher recht schwierigen Zeiten die Entwicklung nicht einfach abwartet, sondern mittels neuer Ideen versucht, gegenzusteuern und das Publikum einmal anders anzusprechen“, erklärt Bert Wawrzinek, der Lesern der SACHSEN DEPESCHE auch als Autor sachkundiger Kulturbeiträge bekannt ist, dazu gegenüber diesem Nachrichtenportal. Und er ergänzt: „Ist übrigens ganz gut losgegangen.“

Erst im Dezember 2015 konnte der 1959 in Leipzig geborene Ex-Rockmusiker das 25-jährige Bestehen seines HISTORICA Antiquariats feiern. Es gab Musik von den „Basteifüchsen“ aus der Sächsischen Schweiz, einen Lichtbildvortrag über Tibet, ein befreundeter Verleger hielt eine launige Jubiläumsrede, und bei Glühwein und Gebäck kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz.

Wawrzinek eröffnete sein Geschäft kurz nach der Wende im Jahr 1990, zunächst in der Dresdner Helgolandstraße. Später zog er dann ins Barockviertel, unweit des Goldenen Reiters, um. In der Anfangszeit gab es, wie er sagt, einen „immensen Nachholbedarf“, vor allem aber eine große Aufbruchsstimmung, die auch ihn selbst erfasste, so dass er das Wagnis einging, sich mit einem Antiquariat selbständig zu machen. „Bücher waren das unangefochtene Medium“, sagt er mit leuchtenden Augen, aber auch etwas Wehmut in der Stimme. Inzwischen hat das Interesse an Büchern allgemein nachgelassen, durch sein interessantes Sortiment, vor allem die große Auswahl an Saxonia, hat Wawrzinek aber nach wie vor eine feste Stammkundschaft, die für die eine oder andere Rarität auch mal etwas tiefer in die Tasche greift. Hinzu kommt die gute Lage; nebenan empfängt die renommierte Dental Beauty Lounge von Zahnarzt Dr. Thomas Hoch die Patienten, es gibt exklusive Modegeschäfte und Galerien.

Mit seinem DHL-Shop will Wawrzinek gerade auch den umliegenden Geschäften einen neuen Service bieten, denn kurze Wege sind heute enorm wichtig. Ohnehin ist der leidenschaftliche Antiquar ein Mensch, der Traditionelles mit Modernem verbindet und dabei offen für Veränderungen ist. Bei ihm klingt das so: „Wenn Kontinuitäten zu Bruch gehen und bislang Unantastbares in einen Abgrund aus Ignoranz und Unverstand zu stürzen droht, heißt es, die Augen aufzumachen und beherzt zuzugreifen, um das Zerflatternde zu fassen und beizutragen, dass nicht alles verloren geht. Und immer gibt es dabei interessante Entdeckungen zu machen, faszinierende Begegnungen, Unerhörtes zu erfahren, steht man plötzlich im Leben Anderer und sucht die auseinanderstrebenden Stränge der Zeit aufs Neue miteinander zu verknüpfen.“

Mit dieser Einstellung hat Bert Wawrzinek das „Paradies der Büchernarren“, wie die „Sächsische Zeitung“ sein kleines, aber feines Antiquariat 1997 einmal bezeichnet hat, über ein Vierteljahrhundert solide geführt. Kollegen und Kunden haben keinen Zweifel daran, dass ihm dies auch in den kommenden Jahren gelingen wird – und neben einem Plausch, für den er immer zu haben ist, kann man ihm nun auch noch Pakete in die Hand drücken oder Briefmarken kaufen. „Alles erlederitzt“, um es mit Kempowski zu sagen.

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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

Webseite: https://www.sachsen-depesche.de/show/author/55-michael-krug.html
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