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Lebendige Tradition im Sorbenland

Osterprozessionen hoch zu Ross in der Oberlausitz

Sonntag, 16 April 2017 17:07 geschrieben von 
Osterreiter in Wittichenau Osterreiter in Wittichenau Quelle: SACHSEN DEPESCHE

Wittichenau – Mehr als 1.500 Osterreiter mit Zylinder und Gehrock waren auch an diesem Ostersonntag wieder in der Oberlausitz unterwegs, um in Liedern und Gebeten die Botschaft von der Auferstehung Christi zu verkünden. Die erste Prozession hoch zu Ross begann am frühen Morgen in Ralbitz, weitere neun Umzüge verdeutlichten diese lebendige Tradition in den überwiegend katholischen Gemeinden der sorbischen Region.

Die größte und zugleich älteste Reiterprozession (seit 1541) beginnt in Wittichenau nahe Hoyerswerda. Über 400 Kreuzreiter begaben sich auch diesmal wieder auf den Weg zur Pfarrgemeinde Ralbitz und zogen am späten Nachmittag zurück nach Wittichenau, wo auf dem Marktplatz die Abschlussmesse stattfand. Eine weitere Besonderheit des Osterreitens in Wittichenau ist die Zweisprachigkeit. Während die Gesänge und Gebete bei den Osterprozessionen zumeist ausschließlich auf Sorbisch gehalten sind, wird bei den Wittichenauern deutsch und sorbisch gesungen und gebetet.

Pferde mit traditionellem Muschelgeschirr
Pferde mit traditionellem Muschelgeschirr

 

Das Osterreiten hat in der Oberlausitz eine lange Tradition. Ursprünglich ritten die heidnischen Slawen im Frühjahr um ihre Felder, um die bösen Geister des Winters zu vertreiben und für eine gute Ernte zu bitten. Auch nach der Christianisierung behielt der Brauch noch lange seine ursprüngliche Bedeutung. Ein besonderer Augenschmaus sind bis heute die kunstvoll geschmückten Pferde, die mit einem speziellen Muschelgeschirr mit christlichen Symbolen und bunt bestickten Schleifen ausstaffiert werden. Tausende Besucher von Nah und Fern, die die Straßen säumten, erfreuten sich daran auch in diesem Jahr.

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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

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