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Siegfried Däbritz fordert zur Unterstützung Identitärer Aktivisten im Mittelmeer auf

PEGIDA auf Piratenkurs?

Donnerstag, 18 Mai 2017 02:04 geschrieben von  Jan Erbenfeld
PEGIDA trifft Antifa am 15. Mai 2017 auf der Prager Straße PEGIDA trifft Antifa am 15. Mai 2017 auf der Prager Straße Quelle: Jan Erbenfeld

Dresden – 15. Mai, 110. Kundgebung, Dresdner Hauptbahnhof. Siegfried Däbritz, der stämmige PEGIDA-Vize, beginnt an diesem Montag mit einer „schlechten Nachricht“. Die „Defend Europe“-Aktion der Identitären Bewegung (IB) im Mittelmeer, die am Wochenende im Hafen von Catania kurzzeitig das NGO-Schiff „Aquarius“ blockiert hatte, müsse unterbrochen werden. Das IB-Motorboot sei „konfisziert“ worden. Dem vorausgegangen waren Vorwürfe eines italienischen Staatsanwaltes, der auch deutschen Hilfsorganisationen den Vorwurf einer Zusammenarbeit mit libyschen Schleppern bei der Flüchtlingsrettung nicht ersparen konnte.

Zuvor hatte die Europäische Grenzschutzagentur Frontex ähnliche Zusammenhänge thematisiert. Identitäre Aktivisten waren darauf nach Sizilien gereist, um NGOs, die alle Anschuldigungen empört bestritten, zu „demaskieren“. Jetzt suche man also wieder „Schiffe und eine Crew“. Wer also ein Kapitänspatent und Zeit habe – „erfahrene Seeleute werden überall gebraucht“! Und es werden „tatsächlich Menschen gerettet“, so Däbritz weiter, die aber wieder zurück an die Küste Afrikas gebracht würden.

Der groteske Wettlauf um die Flüchtlinge wird also zu Wasser und zu Lande geführt. Während die NGOs so viel als möglich Afrikaner vor Libyens Küste auffischen, um sie nach Europa zu bringen, wollen die Indentitären ebenfalls Flüchtlinge retten – und zurück nach Afrika verfrachten. Stellvertretend standen – auf dem Dresdner Festland – die Flüchtlingsfeinde von PEGIDA den Flüchtlingsfreunden von der Antifa gegenüber. Zwei Seiten einer Medaille, allwöchentlich in verbissener Wut vereint.

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