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Barockszene

Reloaded: Graf Mescinski und das polnische Königspaar in Kutno

Freitag, 27 Juli 2018 03:50 geschrieben von 
Schloß Malina (Kutno) Schloß Malina (Kutno) Quelle: Palac Malina Kutno

Kutno - Auf Zeitreise unterwegs ins barocke Polen. Schließlich sitzen seit 1697 sächsische Wettiner auf dem dortigen Thron. Im Auftrag Seiner Majestät August III. (1696-1763) reisen Exzellenz Graf von Wackerbarth-Salmur dem aus Warschau zurückkehrenden Königspaar entgegen. Die siebentägige Kutschfahrt führt über Guben, wo die schlesische Grenze passiert wird, und Posen geradewegs nach - Kutno.

In der zentralpolnischen Stadt gibt es 1750 ein barockes Postpalais, für den Kurfürst-König und seinen Hof errichtet, um während der Reisen zwischen den Residenzen Dresden und Warschau als Herberge zu dienen. Wackerbarth wird Vorkehrungen zu treffen haben, denn das königliche Paar nimmt einige Tage Quartier und will glänzend empfangen sein. Bevor die Reise schließlich weitergeht, erwartet Majestät huldvoll jenen Grafen Mescinski, dessen Oheim einst vergeblich versuchte, am Warschauer Hof in königliche Dienste zu treten: Wird der junge Mescinski dabei mehr Erfolg haben? https://www.sachsen-depesche.de/kultur/beim-grafen-wackerbarth-in-großsedlitz.html

Dem geht es eigentlich gut, sorgen doch Ländereien und sonstige Geschäfte seit langem für stattliche Erträge. Zuletzt konnte selbst Schloss Oporow verkauft werden, der alte Kasten, nachdem zuvor Malina, ein weißer Märchentraum, neu erbaut worden war. Nicht zuletzt genießen die Söhne des Grafen die beste Ausbildung an der Krakauer Universität, während die Gräfin wieder einmal nach Paris gereist ist, um daselbst die neuesten Moden und Manieren kennenzulernen …

Kein Grund zur Sorge also, wären da nicht diese merkwürdigen Geschehnisse um Schloß Malina, die verschwundenen Stallburschen, das geschändete Dienstmädchen, der simulierte Brandanschlag. Ging es am Ende gar um das Leben seiner Familie? Sollte er, Mescinski, sich nicht ein Herz fassen, die Gelegenheit nutzen, dem König reinen Wein einschenken? Um Hilfe bitten?

Wie die (fiktive) Geschichte weitergeht, kann das interessierte Publikum vom 3. bis 5. August 2018 vor Ort in Kutno miterleben, wo unter der Regie von Konrad Checinski und Uwe Müller alias Augustus Rex alias Graf Wackerbarth umtriebige Barockenthusiasten aus Sachsen und Polen ein facettenreiches Spektakel zur Aufführung bringen. Sachsen Depesche berichtet.

Letzte Änderung am Freitag, 27 Juli 2018 03:55
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Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek wurde 1959 in Leipzig geboren und lebt heute im Stolpener Land.

Im ersten Leben Rockmusiker, betreibt er seit 25 Jahren das HISTORICA Antiquariat im Dresdner Barockviertel.
Für SACHSEN DEPESCHE schreibt er seit April 2016 zu Themen der sächsischen Kultur und Geschichte.

Webseite: www.sachsen-depesche.de/show/author/56-bert-wawrzinek.html
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