Login

sachsen-depesche.de

Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek wurde 1959 in Leipzig geboren und lebt heute im Stolpener Land.

Im ersten Leben Rockmusiker, betreibt er seit 25 Jahren das HISTORICA Antiquariat im Dresdner Barockviertel.
Für SACHSEN DEPESCHE schreibt er seit April 2016 zu Themen der sächsischen Kultur und Geschichte.

Samstag, 21 Oktober 2017 21:27

Das Dresdner Herbstfest geht zuende

Dresden – Am 31. Oktober, noch eine reichliche Woche also, dann schließt das Dresdner Herbstfest 2017 seine Pforten. Bis dahin werden auf dem Pieschener Volksfestgelände alle Register gezogen. Dafür sorgen Schausteller und Fahrgeschäfte mit zahlreichen Karussells, einer Familienachterbahn, dem atemberaubenden „Break Dance“, Losbuden, Biergarten, Imbißständen und traditionellen Leckereien wie Chremewaffeln, Kräppelchen, gebrannten Mandeln oder Zuckerwatte.

Montag, 16 Oktober 2017 14:13

Dresden im Herbst

Dresden – Goldener Oktober. Die Stadt zeigt ihr herbstliches Gesicht. Ein Gefühl von Wehmut und die Schönheit des Vergehenden rühren das Herz an. Sonnig und warm ist es auch im vornehmen Stadtteil Weißer Hirsch.

Stolpen – Nordwestlich der Burgstadt, vis-a-vis des nach Wilschdorf führenden Abzweigs, ragt die imposante Ruine einer barocken Dreiflügelanlage auf, ein verfallener Gebäudekomplex des ehemals kurfürstlichen Kammerguts. Durch den Zusammenkauf von Gütern war im 16. Jahrhundert ein Vorwerk entstanden, 1742 der als „Kammergut“ bezeichnete Dreiseithof. Seit 1778 befand sich darin die Hauptzuchtstelle für spanische Merinoschafe. Jene Feinwoll-Rasse hat ihren Ursprung in Nordafrika und war über Spanien nach Deutschland gekommen, wo 1765 in Sachsen die ersten „Merinos“ heimisch wurden.

Dresden - Seit den 1980er Jahren treffen sich die Liebhaber historischer Telefon- und Telegrafeneinrichtungen um ihrer Sammelleidenschaft zu frönen, Wissen und Geräte auszutauschen und neue Mitstreiter kennenzulernen. Daraus entstand 1992 die „Sammler- und Interessengemeinschaft für das historische Fernmeldewesen e. V.“ (SIG), ein Verein, der sozusagen bundesweit als „Telefonzentrale“ bzw. Ansprechpartner für alle Belange historischer Fernmeldetechnik dient.

Bischofswerda – Es war im Kriegsjahr 1641. Viele Wochen schon plünderten die Schweden das unglückliche Bischofswerda. Besonders arg taten sich dabei die Leute der Truppenführer Wanke und Hänßgen hervor. Die Reiter des letzteren hatten es auf die Stadtkirche abgesehen. Hier aber war kaum etwas zu holen, was andere nicht schon genommen hätten. In der Sakristei raubte ein Soldat schließlich grüne „taffete“ (seidene) Tüchlein, die sonst zum Auswischen des Kelches nach der Kommunion dienten. Lachend schlug der Mann die Warnungen seiner Kameraden in den Wind und knüpfte sich daraus eine „Leibbinde“, eine Schärpe also, die um Hüfte oder Schulter gebunden wurde. Dann aber geschah Merkwürdiges. Von jenem Tag an, da er die heiligen Tücher um sich geschlungen trug, ging es dem Manne immer schlechter. Sein Körper schien zu verdorren und binnen eines Monats war der Frevler „erbärmlich und elend“ gestorben. (Nach Fr. Bernhard Störzner: Was die Heimat erzählt, 1904)

Dresden – Seit Jahren ist es Tradition, das Bürgerfest zum „Tag der Deutschen Einheit“ am „Goldenen Reiter“ in Dresden-Neustadt. Noch bis zum 3. Oktober feiern hier Groß und Klein auf einer Flaniermeile entlang der Hauptstraße, wo nicht nur kulinarische Leckerbissen, Schausteller und eine Vielzahl ambulanter Händler locken.

Zittau – Es wäre so schön gewesen, 3,88 Millionen Euro Fördermittel aus dem Bundesbauministerium für einen denkmalgeschützten Monumentalbau in der Oberlausitz, die Zittauer Mandaukaserne. Doch der Stadtrat der Neißestadt hat in seiner Sitzung am 28. September 2017 die Einreichung eines Fördermittelantrages mit knapper Mehrheit abgelehnt. Die vom Eigentümer vorgelegten Unterlagen würden einer Prüfung des Bundes nicht standhalten, hieß es. Auch wolle die Stadt die erforderlichen Eigenmittel nicht schultern, welche an anderer Stelle notwendiger seien. Immerhin wird Oberbürgermeister Thomas Zenker dem Bund mitteilen, daß die Stadt Zittau ihre Mandaukaserne weiterhin als wichtiges Gebäude ansehe und darum bitte, einen neuerlichen Antrag wohlwollend zu prüfen.

Montag, 25 September 2017 18:33

Denkmalalarm im Landkreis

Dresden – Wie eine Kleine Anfrage des grünen Landtagsabgeordneten Wolfram Günther kürzlich ans Licht brachte, sinkt die Zahl der geschützten Kulturdenkmale in Sachsen kontinuierlich. Noch im November 2014 gab es laut Innenminister Ulbig 102.911 Denkmale im Freistaat, im Mai 2017 waren es noch 101.600. Demnach gingen binnen zweieinhalb Jahren mehr als 1.300 Denkmale unwiderruflich verloren, und der Abriß geht munter weiter, auch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Laut sächsischem Landesamt für Denkmalpflege sind die ehemals 9590 in SOE vorhandenen Denkmale (2000) auf aktuell 8422 geschrumpft, wurden, so das Innenministerium, seit der Wiedervereinigung 393 Kulturdenkmale abgerissen, darunter 72 technische. Hinter diesen abstrakten Zahlen verbirgt sich ein Aderlaß an historischer Architektur, der Städten und Dörfern erst ihren unverwechselbaren Charakter, ihren Einwohnern aber einen Teil ihrer Identität verleiht. Nicht selten wird die himmelschreiende Entsorgung des unbequemen Erbes in den Medien auch noch zustimmend kommentiert. Was aber steckt hinter diesen beunruhigenden Metaphern, dem Kampf gegende „drohende Ruinen“, dem Beseitigen von unbeliebten „Schandflecken“?

Stolpen - Am kommenden Sonntag, 24. September 2017, lädt der Kultur und Bürgerverein (KBV) von 10.30 - 13.30 Uhr zur seiner vierten (und letzten) historischen Ortsbegehung ins idyllische Lauterbach.

TEAM