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Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek

Bert Wawrzinek wurde 1959 in Leipzig geboren und lebt heute im Stolpener Land.

Im ersten Leben Rockmusiker, betreibt er seit 25 Jahren das HISTORICA Antiquariat im Dresdner Barockviertel.
Für SACHSEN DEPESCHE schreibt er seit April 2016 zu Themen der sächsischen Kultur und Geschichte.

Dresden – Am 29. September feiern Katholiken und Protestanten den Michaelstag ("Tag des Erzengels Michael und aller Engel"). Nach biblischer Überlieferung ist Michael (hebr. „Wer ist wie Gott?“) der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies trieb, den Lebensbaum bewachte – und der Bezwinger Satans. In der Johannesoffenbarung stürzen Michael und seine Engel den als Drachen bezeichneten Teufel vom Himmel auf die Erde. Der aber sinnt auf Rache, sucht die Menschen zu verführen und von Gott zu trennen. Michael aber kämpft wacker gegen das Böse, beschützt die Christen, erweckt die Toten beim Jüngsten Gericht aus den Gräbern und geleitet die Seelen gen Himmel. Im Volksglauben führt Michael eine Liste mit guten wie schlechten Taten jedes Menschen und bewacht die Pforte zum Paradies. Seinen kirchlichen Ursprung findet das Festdatum des 29. September im Weihetag der Michaelskirche an der Via Salaria in Rom.

Montag, 24 September 2018 21:16

Abschied vom Sommer

Dresden – Ein Jahrhundertsommer geht zu Ende, ein wahrer Sonnenrausch über ganze fünf Monate. Auch an der Elbe huldigte man Helios, genoß Badefreuden, eine schier endlose Grillparty und spazierte schwitzend durch aufgeheizte Straßen.

Dresden – Hier nun Folge 4 unserer kleinen sächsischen Postgeschichte aus dem Jahr 1925. Erneut versetzt uns Postrat Karl Thieme mit einer stimmungsvollem Bildbeschreibung in jenes Zeitalter, als Sachsen noch ein Königreich war. Diesmal geht es um jene zwei „gelben Kutschen“, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Postverkehr zwischen Dresden und Leipzig zu bewältigen hatten. Im kleineren der beiden Wagen könnten einst sogar Frischvermählte auf Hochzeitsreise gegangen sein, wie ein zeitgenössisches Aquarell vermuten läßt:

Dresden – „Wiesn“ (bairisch) bedeutet Wiese und meint umgangssprachlich vor allem das Münchner Oktoberfest. „Die Hofewiesn“ aber sind sächsisch und finden als Familien-Oktoberfest mit Frühschoppen, Weißwurstfrühstück und vielem mehr am 29. und 30. September 2018 in Dresden-Langebrück statt. Gastgeber ist das „Landgut Hofewiese“ von Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow, der das traditionsreiche Ausflugslokal in der Dresdner Heide 2015 übernommen hat.

Sonntag, 16 September 2018 15:49

Eighth Wonder of the World

Dresden – Dieser Tage traf ich einen begeisterten Amerikaner, der unsere - nach 1989 in neuem Glanz erstandene - sächsische Landeshauptstadt beim Abschied gar als "Eighth Wonder of the World" pries. Tatsächlich vergeht keine Woche, in der nicht Gäste aus zahllosen Ländern ihre Bewunderung für die Schönheit der Elbmetropole zum Ausdruck bringen.

Dresden – Am 3. Oktober 2018, dem Tag der Deutschen Einheit, lädt der Dresdner Flughafen zu einem Kunst-, Antik- und Trödelmarkt nach Klotzsche ein. Offeriert werden Antiquitäten, gebrauchter Hausrat, Schallplatten, Kleinmöbel und Selbstgemachtes. Zusätzlich gibt es ein Rahmenprogramm für die ganze Familie mit einer Spielzeug- und Modelleisenbahnbörse, Kinderflohmarkt und vielem mehr. Nach der Hitze des Jahrhundertsommers bietet eine Kunststoffeislaufbahn Raum für winterliche Freuden (Schlittschuhe können ausgeliehen werden), gehört die Aussichtsplattform ganz den kleinsten Gästen, die sich zwischen Hüpfburg, Kinderschminken (Maringel) und Porträtanfertigungen (Daniela Veit) einmal richtig ausprobieren können.

Montag, 03 September 2018 23:04

Trojanisches Meißen

Meißen – Die historische Altstadt ist wunderschön und in ihrer Geschlossenheit einzigartig. Hier haben große Bauepochen ihre Spuren hinterlassen: Renaissance, Barock, Klassizismus, Gründerzeit und Jugendstil. Liebevoll restauriert, erscheint Meißen mit seinen Gassen und Winkeln als Inbegriff einer alten deutschen Stadt. Am Heinrichplatz, vor der ehemaligen Franziskanerklosterkirche (die das Stadtmuseum birgt), hat an diesem Sonnabend (1.9.) das „Trojanische Pferd“ des Vereins „Pro Mitsprache e. V.“ um den Dresdner Rene Jahn Station gemacht.

Kutno – 3. August 1750. Am frühen Abend waren die Königlichen Hoheiten auf ihrer Reise nach Dresden in Kutno eingetroffen, um sich nach einem Abendessen alsbald in ihre Gemächer zurückzuziehen. Derweil hatte Wackerbarth ganze Arbeit geleistet und alles Notwendige veranlaßt. Allein die Unterbringung des Hofstaats hatte ein Vermögen verschlungen und jene aus Dresden mitgebrachten Musici probten seit Tagen von früh bis spät, was manchen Lakaien allmählich mit stummer Verzweiflung erfüllte. Außerdem hatte man sämtliche Eiskeller der Region requirieren müssen, da eine ungewöhnlich langanhaltende Hitze die Bemühungen der königlichen Küche zunichte zu machen drohte. Und irgendwann war selbst der unermüdliche Wackerbarth in einen traumlosen Schlaf gesunken ...

Dresden - Die Geschichte der Galopprennbahn reicht bis ins ausgehende 19. Jahrhundert zurück, als Walter von Treskow 1890 den Dresdener Rennverein begründete. Seit dieser Zeit finden in Dresden-Seidnitz Pferderennen statt. Am Sonntag, dem 9. September, besteht zwischen 10.00 und 16.00 Uhr abermals Gelegenheit, das Areal mit der denkmalgeschützten Holztribüne in geführten Rundgängen (45 Minuten, EUR 3.-/Person) oder ganz individuell zu erkunden. Treffpunkt ist jeweils 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr vor dem historischen Waagegebäude (Ansprechpartner Peter Werner). Natürlich eignet sich das parkartige Areal ebenso für einen ungezwungenen Spaziergang mit der ganzen Familie.

Zittau - Schon zum dritten Mal beteiligen sich am Tag des offenen Denkmals in der Neißestadt auch die Kasernenretter um Thomas Göttsberger. Jeweils 3.000 Besucher waren in den vorangegangenen Jahren gekommen, um Zittaus größtem Bauwerk ihre Referenz zu erweisen. Die 1868/69 unter Leitung des Stadtbaumeisters Emil Trummler errichtete Kaserne war bis 1918 Quartier des Kgl. Sächs. 3. Infanterie-Regiments Nr. 102, wurde später für Wohnzwecke genutzt und steht seit 1997 leer. Mit der 2015/16 vom Stadtforum Zittau initiierten Notsicherung des Südturmes konnte der geplante Abriß in letzter Stunde verhindert werden. Wenn es am 9. September traditionell darum geht, die Öffentlichkeit für Belange des kulturellen Erbes und der Denkmalpflege zu sensibilisieren, werden auch die Pforten der Kaserne am Martin-Wehnert-Platz geöffnet und Teile ihres Südflügels zugänglich sein.

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