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Donnerstag, 20 April 2017 21:02

„Osterspaziergang“ mit PEGIDA

Dresden – Das Lukas-Evangelium berichtet, dass am Ostermontag, dem dritten Tag nach der Kreuzigung Christi, zwei seiner Jünger auf dem Heimweg nach Emmaus einem Fremden begegnen, den sie als Jesus Christus erkennen. Nach Jerusalem zurückgekehrt, verbreiten sie die Kunde seiner Auferstehung, woran noch heute regionale Bräuche erinnern.

Dortmund – Als Leser stutzt man inzwischen, wenn man auf sauber recherchierte Meldungen stößt, die mehr sind als der Versuch eitler Volkserzieher, das eigene Weltbild zur Nachricht zu machen. Schlimm genug, dass in immer mehr Redaktionen die Unsitte Einzug gehalten hat, Meinungen und Überzeugungen an die Stelle der Berichterstattung zu setzen. Noch weitaus beschämender ist allerdings, dass voneinander abgeschrieben wird, was das Zeug hält. Schnell verbreitet sich auf diese Weise selbst der größte Unsinn, weil sich im schnelllebigen Online-Geschäft kein Journalist mehr die Zeit nimmt, zu prüfen, was er da vom Kollegen abkupfert. Wie beim beliebten „Stille-Post“-Spiel wandert eine Meldung von Redaktion zu Redaktion. Und am Ende kommt nicht selten etwas Verrücktes dabei heraus.

Berlin – Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) ruft nach einem Bericht der Berliner B.Z. zu tödlichen Angriffen auf deutsche Polizisten auf. Im Internet kursiert ein Video mit spielfilmartigen Szenen, die vorführen, wie potenzielle Attentäter Beamte ansprechen, ablenken und dann hinterrücks erstechen. Der Film, der laut dem Bericht von den Sicherheitsbehörden „sehr ernst genommen“ wird, trägt den Titel „Greif sie an“ und wurde von „ISIS“ unter anderem auf YouTube gestellt.

Dresden – Auf das Haus der Dresdner Burschenschaft Salamandria ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gegen zwei Uhr morgens ein Farbbomben-Anschlag verübt worden. Unbekannte Täter, vermutlich aus dem linksextremen Spektrum, bewarfen das Verbindungshaus in der Südvorstadt mit Farbbeuteln und sprühten die Parole „Make racists afraid again“ („Rassisten wieder ängstlich machen“) auf die Vorderwand der denkmalgeschützten Gründerzeit-Villa.

Dresden – Auf das Dresdner Ballhaus „Watzke“ ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein Farbanschlag verübt worden. Die Tat steht offenbar im Zusammenhang mit einer Veranstaltung der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ am vergangenen Dienstag. Dort hielt der Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke seine umstrittene Rede, in der er das Berliner Holocaust-Mahnmal als „Denkmal der Schande“ bezeichnete. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung, ein politisches Motiv könne nicht ausgeschlossen werden.

Berlin – Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) habe ihre Anhänger dazu aufgerufen, „nicht mehr in das Kalifat auszureisen, sondern in ihren Heimatländern Anschläge zu begehen“, heißt es in einem aktuellen Bericht der Polizei und des Verfassungsschutzes, wonach die Ausreisen von IS-Unterstützern zuletzt „nahezu zum Erliegen gekommen“ seien. Das Papier, in dem es unter anderem um 784 Islamisten geht, die in den vergangenen viereinhalb Jahren nach Syrien oder in den Irak ausgereist sind, soll Ende November bei der Innenministerkonferenz im Saarland vorgelegt werden.

Leipzig – Auf das Leipziger Wahlkreisbüro der CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla wurde erneut ein Anschlag verübt. Unbekannte Täter beschmierten in der Nacht von Montag auf Dienstag die Fassade mit einer teerähnlichen Flüssigkeit, warfen vier Fenster ein und verwüsteten das Büro. Bei dem Anschlag wurden auch vor dem Haus geparkte Fahrzeuge von Anwohnern beschädigt. Hinweise auf die Verursacher oder ihre Motive liegen nach Polizeiangaben noch nicht vor, ein linksextremer Hintergrund sowie ein Zusammenhang mit Kudlas per Twitter verbreiteter Warnung vor einer „Umvolkung“ Deutschlands liegt allerdings nahe.

Dresden – Der Tourismus in Dresden schwächelt nach wie vor. Im ersten Halbjahr 2016 sind in der Landeshauptstadt etwas weniger Reisende gezählt worden als im Vorjahreszeitraum. Für Januar bis Juni 2016 wurden demnach 1.848.950 Übernachtungen erfasst, was einem Minus von 0,2 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 entspricht. Während bei den ausländischen Gästen erstmals wieder eine Steigerung zu verzeichnen war (+7,7%), ist die Zahl der aus dem Inland angereisten Besucher um 2,0 % gesunken. Im Ranking der deutschen Großstädte liegt Dresden nach den aktuellen Zahlen weiter auf Platz 7.

Dresden – Wegen der jüngsten Terroranschläge in Deutschland und Europa wird es auch beim Dresdner Stadtfest verschärfte Sicherheitsvorkehrungen geben. Wie die Agentur Schröder, die im Auftrag der Stadt das Sicherheitskonzept erstellt hat, am Montag mitteilte, erstrecken sich diese über einen verstärkten Einsatz von Security-Personal, die Einrichtung eines eigenen Krisenstabes und die Errichtung von Zäunen mit Betonfüßen bis zu Polizeieinsatzkräften mit Maschinenpistolen. Das Stadtfest, zu dem rund 500.000 Besucher erwartet werden, findet vom 19. bis 21. August in der gesamten Dresdner Innenstadt statt.

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Redaktion