Login

sachsen-depesche.de

(Fortsetzung von: Dresdens Neustädter Bahnhof und sein Vorplatz (Teil I) )

Dresden - Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Bahnhofsgelände die Reparationsgüter für die Sowjetunion verladen. Überlebenswichtige „Hamsterfahrten“ begannen oder endeten am Schlesischen Platz, wo auch der Schwarzmarkt blühte. Die Bahnhofsgaststätte wurde Heeresverpflegungsstelle der Roten Armee, welche in den früheren Bahnhofstoiletten eine eigene Wartehalle einrichtete. 1953 entstand hier (bis 1968) das Zeitkino, wo rund um die Uhr Werbe- und Unterhaltungsfilme und der „DEFA-Augenzeuge“ (die DDR-Wochenschau) liefen. Beim Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 versammelte sich vor dem Bahnhof eine Menschenmenge, um gegen die SED-Herrschaft zu protestieren.

Dresden – Wenn Bahnhöfe erzählen könnten! Nirgendwo sonst in einer Stadt wurden und werden Millionen Menschen aus allen Himmelsrichtungen für einen Augenblick zu Schicksalsgefährten. Niemand kann und will auf sie verzichten, die prunkvollen Paläste aus Stein und Stahl, die Heimat und Ferne durch ein Schienennetz miteinander verbinden. Nicht zuletzt waren jene Knotenpunkte des Verkehrs stets auch Brennpunkte der Geschichte und Ausdruck kulturellen Wandels, dem jede Generation ihr ureigenstes Gepräge verlieh.

TEAM