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Frankfurt am Main - Seit der Bundestagswahl dümpelt Angela Merkel (CDU) als “lahme Ente” herum. Nichts hat sie in den letzten zwölf Monaten zuwege gebracht. Den versemmelten “Jamaika”-Verhandlungen folgte nach langem Hin und Her die Flucht in die Arme der SPD, die ihr noch wenige Wochen zuvor richtig was “auf die Fresse” geben wollte. Dazwischen trug Merkel eine herbe persönliche Schlappe davon, als sie ihre Vertraute Annette Schavan nicht auf den Chefsessel der Konrad-Adenauer-Stiftung zu bugsieren vermochte. Und auch danach agierte sie mehr als glücklos: Ob beim Staatsbesuch in den USA, im Ringen mit Frankreichs Präsident Macron oder in Brüsseler Verhandlungsrunden, in denen ihre Kontrahenten sie überdeutlich spüren ließen, dass auch ihre außenpolitische Zeit abgelaufen ist. Niemand nimmt Angela Merkel mehr ernst, in Europa so wenig wie hierzulande. Nur mit der Hilfe ihrer öffentlich-rechtlichen Medien konnte sie sich überhaupt über den Sommer retten, um nach dem Maaßen-Desaster nun den wohl schwersten Nackenschlag ihrer vierten Amtszeit einzustecken: Ihr treuer Aktentaschenträger Volker Kauder wurde von der eigenen Fraktion kaltgestellt. Und so sehr sich Regierungssprecher Seibert sowie all die anderen Adjutanten und bezahlten Hofberichterstatter Mühe geben, einen anderen Eindruck zu erwecken, spürt jeder, dass Kauders Abgang Merkels Ende eingeläutet hat. Als bedürfe es dazu noch einer Bestätigung, hat der Springer-Konzern beschlossen, seine schützende Hand über der Kanzlerin wegzuziehen.

Berlin – Die verkaufte Auflage der großen Tageszeitungen und Wochenpublikationen ist nach den aktuellen Zahlen des Branchenverbandes IVW im vierten Quartal des Jahres 2016 erneut deutlich zurückgegangen. Am stärksten fiel der Einbruch beim „Spiegel“ (minus 10,8 Prozent), der „Bild am Sonntag“ (minus 10,8 Prozent), der „Bild“-Zeitung (minus 9,9 Prozent) und der „Berliner Zeitung“ (minus 8,7 Prozent) aus.

Wasserburg am Bodensee – Der Schriftsteller Martin Walser, dessen neuer Roman „Statt etwas oder Der letzte Rank“ soeben bei Rowohlt erschienen ist, hat in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung sein während einer öffentlichen Veranstaltung ausgesprochenes Plädoyer für Donald Trump verteidigt. „Ich hatte angedeutet, dass ich drei Präsidenten erlebt habe, die nicht aus der politischen Klasse kamen: Reagan, Obama, Trump. Ich bezeichnete das als ein interessantes Phänomen für die USA. Hillary Clinton war schön und ehrgeizig, aber ganz aus der politischen Klasse, und dann ist da dieser irrsinnige Wildling mit seinen komischen Sätzen“, so der Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels und weiterer Auszeichnungen, der am 24. März seinen 90. Geburtstag feiert.

Berlin/Frankfurt am Main – Während das rot-rot-grüne Lager darüber diskutiert, ob man mit dem aus dem Iran stammenden Theaterregisseur und Essayisten Navid Kermani erstmals einen muslimischen Kandidaten für das höchste Staatsamt ins Rennen schicken sollte, hat der frühere Chefredakteur und heutige Herausgeber der „Bild“-Zeitung, Kai Diekmann, am Donnerstag einen ganz anderen Vorschlag gemacht.

Dresden – Ein prominentes Beispiel dafür, dass man in der sächsischen Landespolitik offenbar gerne auf Journalisten aus dem Stall von Deutschlands größter Boulevardzeitung zurückgreift, ist der frühere Dresdner „Bild“-Reporter Andreas Harlaß, der nach einem kurzen Intermezzo bei der rechtskonservativen Wochenzeitung „Jungen Freiheit“ im vergangenen Jahr zur neuen AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag wechselte. Eine aktuelle Personalrochade deutet hier nicht nur auf eine gewisse Kontinuität hin, sondern zeigt zudem, dass dieses „Bäumchen-wechsle-dich“-Spiel auch in anderer Richtung funktioniert.

Dresden – In ihrem aktuellen Bericht über das Beherbergungsgewerbe im Freistaat Sachsen weist das Statistische Landesamt für den Zeitraum von Januar bis März 2015 genau 5,2 Prozent weniger Hotelankünfte in Dresden als noch im Quartal zuvor aus. Obwohl die Statistiker keine Aussagen zu möglichen Ursachen des Rückgangs treffen, ist für die Dresdner Lokalausgabe der „Bild“-Zeitung klar, dass dies nur an den Pegida-Demonstrationen liegen kann („Neue Schockzahlen und Pegida ist schuld“). Das Boulevardblatt will zudem erfahren haben, dass die Anreisezahlen zum Beginn des Saisonauftakts im April und Mai „sogar in den zweistelligen Minus-Bereich“ gerutscht sind.

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