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Dienstag, 09 Januar 2018 19:07

Die Kaditzer Linde in Dresden

Dresden – 1000 Jahre alt soll er sein, Dresdens ältester Baum auf dem Kirchhof von Kaditz, einem ehemaligen Bauerndorf im Nordwesten der Stadt. Das deutsche Baumarchiv zählt die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) von 20 Metern Höhe und noch etwa 10 Metern Stammumfang zu den national bedeutsamen Bäumen (NBB). Im Mittelalter soll ihr Stamm auch als Gemeindepranger gedient haben. Noch bis ins 18. Jahrhundert waren Delinquenten, an ein Halseisen gekettet, hier der Verachtung vorbeiziehender Gottesdienstbesucher ausgesetzt. Die außergewöhnliche Gestalt des Baumes, der als eine der mächtigsten Linden Deutschlands galt, beeindruckte auch Goethe, der Kaditz bei seinem letzten Dresden-Aufenthalt besucht hat.

Dresden – Südwestlich von Dresden, im heutigen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, liegt an der Wilden Weißeritz die Kleinstadt Tharandt. Hervorgegangen aus einer Handwerkersiedlung namens Granaten am Fuß der Burg Tharandt, die der Markgraf von Meißen errichten ließ, wurde der Flecken zunächst indirekt in einer Urkunde vom 21. Januar 1216 erwähnt, genauer ein Vasall des Markgrafen – Boriwo de Tarant – als Burghauptmann genannt.

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