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Dresden – „Vielen Dank, daß ich da sein darf“, meint der Redner mit dem Pathos der Bescheidenheit vor den Tausenden auf dem Dresdner Postplatz. Und dann auch noch bei „Kaiserwetter“ an diesem sommerlichen 14. Mai, der 145. PEGIDA in der Landeshauptstadt. Der Auftritt Björn Höckes bei PEGIDA ist eine Premiere, und das Publikum jubelt wie bei einem Messias. Was aber hat der umstrittene Thüringer AfD-Chef den erwartungsvollen Dresdnern zu sagen?

Dresden - Montag, 5. März 2018, 138. PEGIDA-Kundgebung in der Landeshauptstadt. Im zweiten Teil der Veranstaltung ergreift Lutz Bachmann das Wort. Angesichts der momentanen „Stimmungsmache der Systemmedien“ gegen PEGIDA und speziell seine Person danke er für den Zuspruch seiner Anhänger. Er habe 2014 die Bürgerbewegung gegründet und stehe seit 41 Monaten in deren „Schaufenster“. Bachmann und seine Mitstreiter hätten dabei schlimme Dinge erleben müssen und haben doch ein „patriotisches Netzwerk gegen die Islamisierung“ aufgebaut. Dann folgt die übliche Selbstbeweihräucherung: PEGIDA habe sich weiterentwickelt, die 19 Punkte, die Dresdner Thesen, Vernetzung, lauter Erfolge. „Danke, Lutz“, rufen die Pegidianer ehrerbietig. Man sei, so Bachmann weiter, der „bürgerlichen Mitte“ in Kandel, Cottbus usw. ein Vorbild gewesen und 2017 hätten „wir“ bei den Bundestagswahlen die Partei der Kanzlerin geschlagen. Das Mantra von der „Widerstandsbewegung“ also, an das die vielleicht 3000 vor der Frauenkirche Versammelten nur zu gerne glauben.

Dresden – In wenigen Tagen wird der Parteitag der sächsischen AfD eine neue Landesspitze wählen. Das Interregnum eines sogenannten Notvorstandes, der seit dem Bruch mit der bisherigen Landesvorsitzenden Frauke Petry die Arbeitsfähigkeit garantiert, geht dann zuende. Nicht wenige AfD-Mitglieder sehen in dem Dresdner Rechtsanwalt Maximilian Krah einen Hoffnungsträger und aussichtsreichen Kandidaten für die kommende Vorstandswahl. SACHSEN DEPESCHE hat ihn in Dresden getroffen.

Samstag, 13 Januar 2018 16:58

PEGIDA-Jahresauftakt in Dresden

in Politik

Dresden – 2000 Teilnehmer werden es sein, am Montag (8.1.) beim Jahresauftakt in der Landeshauptstadt. Lutz Bachmann in Hochform: Vergewaltigende Horden zu Silvester, Gedenkminute für alle Opfer von Gewalttaten, ein Waffen-SS-Mann als Ehrenpräsident von Eintracht Frankfurt, Freiluftklapse in Dessau, PEGIDA-Kandidaten bei der Europa-Wahl 2019. Im Sommer nächsten Jahres, die „Schicksalswahl“ zum sächsischen Landtag, der „patriotische Ministerpräsident“ (auf den man „mit aller Härte“ hinarbeiten werde). Auch hier wolle PEGIDA mit eigenen Kandidaten antreten. Drei oder vier Wahlkreise habe man im Auge, insbesondere SOE (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), dort müsse man „das Vertrauen der Menschen“, das die AfD (durch Frauke Petrys Verhalten) verloren habe, zurückholen.

Berlin – Muss jetzt auch Veronika Bellmann einen parteiinternen Shitstorm befürchten? Die mittelsächsische CDU-Politikerin hat erklärt, dass sie Koalitionen mit der AfD nicht grundsätzlich abgeneigt ist. „Die CDU muss sich in Zukunft die Frage stellen, welche Machtoptionen sie hat“, so die Bundestagsabgeordnete gegenüber der „Huffington Post“. „Vielleicht nicht heute oder morgen, aber für immer und ewig kann die Union eine Koalition mit der AfD auf Landes- und Bundesebene nicht ausschließen“, erklärte Bellmann weiter. In der AfD gebe es durchaus akzeptable Leute, mit denen ein Dialog möglich sei. „Wenn jemand alles ausschließt, ignoriert er die Anhänger und Wähler der AfD.“

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