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Zittau – Es wäre so schön gewesen, 3,88 Millionen Euro Fördermittel aus dem Bundesbauministerium für einen denkmalgeschützten Monumentalbau in der Oberlausitz, die Zittauer Mandaukaserne. Doch der Stadtrat der Neißestadt hat in seiner Sitzung am 28. September 2017 die Einreichung eines Fördermittelantrages mit knapper Mehrheit abgelehnt. Die vom Eigentümer vorgelegten Unterlagen würden einer Prüfung des Bundes nicht standhalten, hieß es. Auch wolle die Stadt die erforderlichen Eigenmittel nicht schultern, welche an anderer Stelle notwendiger seien. Immerhin wird Oberbürgermeister Thomas Zenker dem Bund mitteilen, daß die Stadt Zittau ihre Mandaukaserne weiterhin als wichtiges Gebäude ansehe und darum bitte, einen neuerlichen Antrag wohlwollend zu prüfen.

Montag, 25 September 2017 18:33

Denkmalalarm im Landkreis

Dresden – Wie eine Kleine Anfrage des grünen Landtagsabgeordneten Wolfram Günther kürzlich ans Licht brachte, sinkt die Zahl der geschützten Kulturdenkmale in Sachsen kontinuierlich. Noch im November 2014 gab es laut Innenminister Ulbig 102.911 Denkmale im Freistaat, im Mai 2017 waren es noch 101.600. Demnach gingen binnen zweieinhalb Jahren mehr als 1.300 Denkmale unwiderruflich verloren, und der Abriß geht munter weiter, auch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Laut sächsischem Landesamt für Denkmalpflege sind die ehemals 9590 in SOE vorhandenen Denkmale (2000) auf aktuell 8422 geschrumpft, wurden, so das Innenministerium, seit der Wiedervereinigung 393 Kulturdenkmale abgerissen, darunter 72 technische. Hinter diesen abstrakten Zahlen verbirgt sich ein Aderlaß an historischer Architektur, der Städten und Dörfern erst ihren unverwechselbaren Charakter, ihren Einwohnern aber einen Teil ihrer Identität verleiht. Nicht selten wird die himmelschreiende Entsorgung des unbequemen Erbes in den Medien auch noch zustimmend kommentiert. Was aber steckt hinter diesen beunruhigenden Metaphern, dem Kampf gegende „drohende Ruinen“, dem Beseitigen von unbeliebten „Schandflecken“?

Zittau – Am 10. September 2017 öffnet die Zittauer Mandaukaserne ihre Tore – zum Tag des offenen Denkmals in der Neißestadt. Seit 24 Jahren gibt es diese schöne Tradition, werden - an einem Sonntag im September – sonst verschlossene Denkmale für Interessenten zugänglich gemacht. „Macht und Pracht“ lautet das diesjährige Motto, mit dem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit für die Bedeutung kulturellen Erbes sensibilisiert. Apropos: Wäre es nicht großartig, wenn engagierte Investoren, bürgerschaftliche Initiativen und aufgeschlossene Politiker eines Tages über die „Macht“, das heißt, ein passendes Konzept und Mittel es verwirklichen, verfügten, um die alte Pracht von Zittaus größtem Gebäude wieder auferstehen zu lassen?

Zittau – Die Mandaukaserne in Zittau bleibt ein Politikum. Nachdem 2015 ein Abriß verhindert werden konnte, brachten Notsicherungsmaßnahmen und die Aussicht auf vier Millionen Euro Fördermittel neuen Schwung in die Rettungsaktivitäten. Dann die Ernüchterung und Vorbehalte auf allen Seiten (Sachsen Depesche berichtete: https://www.sachsen-depesche.de/interview/thomas-göttsberger-„alle-beteiligten-sind-aufgerufen,-für-zittau-und-die-mandaukaserne-zu-kämpfen“.html). Zuletzt bezeichnete Birgit Kaiser von der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft das Projekt als „traumtänzerisch“.

Zittau – Die Rettung der Zittauer Mandaukaserne ist mittlerweile ein bundesweites Politikum. Noch Ende 2015 war ein Abriss des denkmalgeschützten Monumentalbaus geplant, dann führten Bürgerproteste und beherzte Fürsprecher zu einem Sinneswandel. Unter Federführung des Stadtforums Zittau wurde der einsturzgefährdete Südturm saniert, erfolgte die Notsicherung des Nordflügels. Die denkmalgerechte Ausführung der Arbeiten geschah in Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege. Hoffnungsvolle Konzeptionen entstanden. Noch im März hatte Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) verkündet, dass das geplante „Mandau-Forum“ als „Nationales Projekt des Städtebaus“ anerkannt und mit vier Millionen Euro Förderung zu rechnen wäre. Jetzt scheint das ambitionierte Vorhaben ins Stocken zu kommen. SACHSEN DEPESCHE hat mit dem Eigentümer des Zittauer Kasernenbaues, dem Ostritzer Stadtrat Thomas Göttsberger (Wählervereinigung Siedlung), gesprochen.

Zittau – Man reibt sich die Augen, aber die Notsicherungsmaßnahmen an der Mandaukaserne gehen in die nächste Runde! Nachdem im vergangenen Sommer der marode Südturm des denkmalgeschützten Monumentalbaus saniert werden konnte (http://www.sachsen-depesche.de/kultur/thomas-göttsberger-und-das-stadtforum-zittau-wollen-die-mandaukaserne-erhalten.html), haben vor einigen Tagen die Arbeiten am Nordflügel begonnen.

Zittau – Allen Skeptikern zum Trotz: Am 11. September 2016 öffnet die Zittauer Mandaukaserne ihre Pforten – zum Tag des offenen Denkmals in der Neißestadt. Seit 23 Jahren gibt es diese gute Institution, werden – immer am zweiten Sonntag im September – historische Bauten, die eigentlich nicht zugänglich sind, für das interessierte Publikum geöffnet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sensibilisiert damit bundesweit für die Bedeutung kulturellen Erbes, und es ist eine schöne Fügung, dass 2016 ausgerechnet die bereits totgesagte Mandaukaserne auf der Liste der begehbaren Denkmale im Kreis Görlitz zu finden ist.

Zittau – Ende 2015 ging es noch um den Abriss des denkmalgeschützten Kasernenbaus, dann führten Bürgerproteste und eine Allianz profunder Fürsprecher zu einem Sinneswandel (http://www.sachsen-depesche.de/kultur/vor-dem-abriss-bewahrt-die-mandaukaserne-in-zittau.html). In der Folge wurden beherzt vollendete Tatsachen geschaffen, und aus einer Notsicherung des einsturzgefährdeten Südturmes der Mandaukaserne ist nun dessen Sanierung geworden. Diese Arbeiten sind jetzt abgeschlossen, die Gerüste gefallen, und auch die Südstraße kann wieder ungehindert befahren werden. Das Ergebnis kann sich im Wortsinn sehen lassen.

Zittau – Kein Zittau-Besuch ohne ein Foto der Mandaukaserne! Die alte Dame, eigentlich ein neoklassizistischer Monumentalbau, der von 1869 bis 1918 Soldaten  des Kgl. Sächs. 3. Infanterie-Regiments Nr. 102 beherbergte, hat nicht nur in der Oberlausitz gute Freunde. Zentrumsnah zwischen Stadtring und Mandau gelegen, führen Hauptstraße und Fußweg direkt an der Frontseite des Gebäudes vorbei, allgegenwärtig für Generationen und aus der Neißestadt einfach nicht wegzudenken.

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