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sachsen-depesche.de

Donnerstag, 28 September 2017 12:43

Hoffnungen in Blau

in Politik

Dresden – 25. September 2017: Tag eins nach der Bundestagswahl und Merkel sei immer noch da, meint Wolfgang Taufkirch als Versammlungsleiter auf dem Neumarkt. Feiern dürfe man aber schon, denn PEGIDA habe „entscheidenden Anteil“ am Wahlerfolg der AfD, jener wahrhaftig „umstrittenen“ Partei, die am Vortag aus dem Stand drittstärkste politische Kraft geworden war, in Mitteldeutschland Rang 2 und in Sachsen, dem Mutterland politischer Unruhestiftung, mit 27 Prozent gar den ersten Platz belegt. Das könnte stimmen, denn ohne die ausdauernden Pegidianer hätte es an der Elbe wohl nicht annähernd so viel Öffentlichkeit und Unterstützung für die Rechtspopulisten gegeben. Also dominiert die Feierstimmung, dazu kommen die üblichen Ansprachen.

Sonntag, 11 Juni 2017 16:22

Parole Schulterschluss

Dresden – 113. Kundgebung der PEGIDA am Pfingstmontag auf dem Dresdner Altmarkt. Lediglich vom obligatorischen „Spaziergang“ unterbrochen, arbeiten sich Wolfgang Taufkirch, Lutz Bachmann, Siegfried Däbritz und Michael Stürzenberger am islamistischen Terror ab, der erst zwei Tage zuvor sieben unschuldige Opfer gefordert hatte. Der Eindruck ist noch frisch, die Wut groß.

Mittwoch, 25 Januar 2017 23:10

PEGIDA im Dickicht der Erinnerungspolitik

Dresden – „Eine grandiose Rede von Björn Höcke“, nannte Lutz Bachmann den umstrittenen Auftritt des thüringischen AfD-Chefs am Dienstag vor einer Woche in Dresden. Dass Höcke dabei mit unangebrachter Zweideutigkeit seine Partei vor eine neue Zerreißprobe gestellt und ihren politischen Gegnern eine willkommene Steilvorlage geliefert haben könnte, ficht den PEGIDA-Chef nicht an.

Donnerstag, 22 Dezember 2016 19:15

Politisch Lied… garstig Lied?

Dresden – Goethe hätte sich bestätigt gesehen, am vierten Advent im Dresdner Stadtzentrum. Sein geflügeltes Wort jedenfalls passte für die wohl schaurigste Weihnachtsinszenierung, die die Landeshauptstädter jemals über sich ergehen lassen mussten. Bei PEGIDA auf dem Theaterplatz waren es noch einige Tausend „Wutbürger“, die zum dritten „Großen Dresdner Weihnachtsliedersingen“ gekommen waren. Verständlich, dass die Asylkritiker das weihnachtliche Liedgut als trotziges Bekenntnis zur überlieferten christlichen Tradition verstehen wollen. Doch eingeklemmt zwischen den Tiraden Michael Stürzenbergers und Jürgen Elsässers nahm sich „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ eher grotesk aus. Vielleicht rächt sich so, dass die Pegidianer von Anbeginn auf jede Spiritualität verzichtet haben. Als rein defensive Bewegung eines platten Säkularismus haben sie dem ausgreifenden Islam – außer phrasenhaft beschworenen „Werten“ – wenig entgegenzusetzen.

Donnerstag, 04 August 2016 04:55

PEGIDA auf verlorenem Posten?

Dresden – Trostlos schnarrt die Stimme des DVB-Dispatchers aus dem Lautsprecher der Straßenbahnhaltestelle Wilsdruffer Straße, um Störungen „wegen einer Demonstration im Stadtgebiet“ zu vermelden. Nach dem stattlichen Zug der vorbeiziehenden PEGIDA-„Spaziergänger“ zu urteilen – 3000 oder mehr können es am vergangenen Montag gewesen sein –, handelt es sich um eine machtvolle Demonstration widerständiger Patrioten, von deren Erscheinungsbild ähnlich geartete Initiativen anderer Städte nur träumen können. Doch die farbenfrohe Pracht trügt, denn es ist eine gar dürftige politische Kost, die die Bachmann-Truppe ihrer Anhängerschaft zum Wochenauftakt anzubieten hat.

Dresden – Können 20.000 Flyer eine Moschee der Ahmadiyya-Bewegung in Dresden verhindern? Zumindest dazu beitragen, das glauben wenigstens PEGIDA und die Bürgerbewegung Pax Europa, deren Abgesandter Michael Stürzenberger (51) gestern auf dem Dresdner Altmarkt gegen den geplanten Moscheebau polemisierte.

München – Die Äußerungen der AfD-Politiker Beatrix von Storch und Alexander Gauland zum Islam sind auf Widerspruch in Politik und gesellschaftlichen Gruppen gestoßen. Besonders heftig fiel die Reaktion des Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime, Ayman Mazyek, aus, der die Partei in die Nähe des Nationalsozialismus rückte. Mazyek sagte zur Islam-Kritik der AfD, es sei „das erste Mal seit Hitler-Deutschland, dass es eine Partei gibt, die erneut eine ganze Religionsgemeinschaft diskreditiert und sie existenziell bedroht“.

Dresden – Mit seinem vor knapp einem Monat erschienenen Buch „Pegida – Spaziergänge über den Horizont“ hat der Radebeuler Künstler, Schriftsteller und freie Journalist Sebastian Hennig erstmals eine Chronik jener Bewegung vorgelegt, die seit über einem Jahr weit über die Grenzen Dresdens und Sachsens hinaus für Schlagzeilen sorgt. In der lokalen Presse wurde das Buch zumeist kritisch rezensiert, handelt es sich dabei doch um Aufzeichnungen aus der Binnenperspektive, also um das Werk eines ausdrücklichen Pegida-Anhängers. Beim Lesen des Buches fällt einem jedoch sofort eines auf: Hennig ist kein „Jubelperser“ von Lutz Bachmann & Co. Wenn er es für angebracht hält, findet er auch Worte, die nicht jedem „Pegidianer“ schmecken dürften.

 

Meißen – Mehr als 500 Bürger aus der Region folgten am vergangenen Mittwoch dem Aufruf der asylkritischen „Initiative Heimatschutz“ zu einer Demonstration in Meißen. Als Hauptredner trat der bekannte Islamkritiker Michael Stürzenberger aus München aus. Außerdem ergriffen Organisatorin Nancy Kanzok und ein lokaler Vertreter der Alternative für Deutschland (AfD) das Wort.

Dresden – Sachsen will dem Vorbild Bayerns folgen und separate Aufnahmezentren für Asylbewerber, deren Antrag nur geringe Chancen auf Erfolg hat, einrichten. Dies erklärte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Dienstag im MDR-Fernsehen und verwies darauf, dass auch die die Bundesregierung die Schaffung vergleichbarer Einrichtungen vorgeschlagen habe. Bayerns Landesregierung hatte kürzlich beschlossen, Asylbewerber ohne Bleibeperspektive künftig in speziellen Aufnahmezentren unterbringen, von wo aus eine schnellere Abschiebung erfolgen kann. Für diesen Vorstoß erntete die Regierung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sowohl Zuspruch als auch Kritik.

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