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Bischofswerda – Es war im Kriegsjahr 1641. Viele Wochen schon plünderten die Schweden das unglückliche Bischofswerda. Besonders arg taten sich dabei die Leute der Truppenführer Wanke und Hänßgen hervor. Die Reiter des letzteren hatten es auf die Stadtkirche abgesehen. Hier aber war kaum etwas zu holen, was andere nicht schon genommen hätten. In der Sakristei raubte ein Soldat schließlich grüne „taffete“ (seidene) Tüchlein, die sonst zum Auswischen des Kelches nach der Kommunion dienten. Lachend schlug der Mann die Warnungen seiner Kameraden in den Wind und knüpfte sich daraus eine „Leibbinde“, eine Schärpe also, die um Hüfte oder Schulter gebunden wurde. Dann aber geschah Merkwürdiges. Von jenem Tag an, da er die heiligen Tücher um sich geschlungen trug, ging es dem Manne immer schlechter. Sein Körper schien zu verdorren und binnen eines Monats war der Frevler „erbärmlich und elend“ gestorben. (Nach Fr. Bernhard Störzner: Was die Heimat erzählt, 1904)

Zittau – Es wäre so schön gewesen, 3,88 Millionen Euro Fördermittel aus dem Bundesbauministerium für einen denkmalgeschützten Monumentalbau in der Oberlausitz, die Zittauer Mandaukaserne. Doch der Stadtrat der Neißestadt hat in seiner Sitzung am 28. September 2017 die Einreichung eines Fördermittelantrages mit knapper Mehrheit abgelehnt. Die vom Eigentümer vorgelegten Unterlagen würden einer Prüfung des Bundes nicht standhalten, hieß es. Auch wolle die Stadt die erforderlichen Eigenmittel nicht schultern, welche an anderer Stelle notwendiger seien. Immerhin wird Oberbürgermeister Thomas Zenker dem Bund mitteilen, daß die Stadt Zittau ihre Mandaukaserne weiterhin als wichtiges Gebäude ansehe und darum bitte, einen neuerlichen Antrag wohlwollend zu prüfen.

Zittau – Am 10. September 2017 öffnet die Zittauer Mandaukaserne ihre Tore – zum Tag des offenen Denkmals in der Neißestadt. Seit 24 Jahren gibt es diese schöne Tradition, werden - an einem Sonntag im September – sonst verschlossene Denkmale für Interessenten zugänglich gemacht. „Macht und Pracht“ lautet das diesjährige Motto, mit dem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit für die Bedeutung kulturellen Erbes sensibilisiert. Apropos: Wäre es nicht großartig, wenn engagierte Investoren, bürgerschaftliche Initiativen und aufgeschlossene Politiker eines Tages über die „Macht“, das heißt, ein passendes Konzept und Mittel es verwirklichen, verfügten, um die alte Pracht von Zittaus größtem Gebäude wieder auferstehen zu lassen?

Bischofswerda - liegt etwa 30 Kilometer östlich von Dresden am Westrand der sächsischen Oberlausitz. Bischof Benno von Meißen (1010-1106) soll den Flecken „Werda“ 1076 zur Stadt erhoben haben, eine erste urkundliche Erwähnung datiert von 1227. In Ostsachsen wird die Kreisstadt mit gegenwärtig 11 573 Einwohnern bis heute umgangssprachlich „Schiebock“ genannt, nach einer Schubkarre, mit der einst Waren auf den Markt „geschoben“ wurden. Ihren (früheren) Wohlstand verdankte sie nicht zuletzt den Bischöfen von Meißen, die über Jahrhunderte (bis 1559) im nahen Stolpen residierten. 1429 verwüsteten die Hussiten Bischofswerda, forderten der Dreißigjährige Krieg, die Pest und immer wieder schwere Stadtbrände – zuletzt 1813 - ihren Tribut. Kein Geringerer als Gottlob Friedrich Thormeyer (1775-1842), dem die Stadt auch ihr klassizistisches Rathaus verdankt, leitete den Wiederaufbau.

Zittau – Die Mandaukaserne in Zittau bleibt ein Politikum. Nachdem 2015 ein Abriß verhindert werden konnte, brachten Notsicherungsmaßnahmen und die Aussicht auf vier Millionen Euro Fördermittel neuen Schwung in die Rettungsaktivitäten. Dann die Ernüchterung und Vorbehalte auf allen Seiten (Sachsen Depesche berichtete: https://www.sachsen-depesche.de/interview/thomas-göttsberger-„alle-beteiligten-sind-aufgerufen,-für-zittau-und-die-mandaukaserne-zu-kämpfen“.html). Zuletzt bezeichnete Birgit Kaiser von der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft das Projekt als „traumtänzerisch“.

Zittau – Die Rettung der Zittauer Mandaukaserne ist mittlerweile ein bundesweites Politikum. Noch Ende 2015 war ein Abriss des denkmalgeschützten Monumentalbaus geplant, dann führten Bürgerproteste und beherzte Fürsprecher zu einem Sinneswandel. Unter Federführung des Stadtforums Zittau wurde der einsturzgefährdete Südturm saniert, erfolgte die Notsicherung des Nordflügels. Die denkmalgerechte Ausführung der Arbeiten geschah in Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege. Hoffnungsvolle Konzeptionen entstanden. Noch im März hatte Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) verkündet, dass das geplante „Mandau-Forum“ als „Nationales Projekt des Städtebaus“ anerkannt und mit vier Millionen Euro Förderung zu rechnen wäre. Jetzt scheint das ambitionierte Vorhaben ins Stocken zu kommen. SACHSEN DEPESCHE hat mit dem Eigentümer des Zittauer Kasernenbaues, dem Ostritzer Stadtrat Thomas Göttsberger (Wählervereinigung Siedlung), gesprochen.

Wittichenau – Mehr als 1.500 Osterreiter mit Zylinder und Gehrock waren auch an diesem Ostersonntag wieder in der Oberlausitz unterwegs, um in Liedern und Gebeten die Botschaft von der Auferstehung Christi zu verkünden. Die erste Prozession hoch zu Ross begann am frühen Morgen in Ralbitz, weitere neun Umzüge verdeutlichten diese lebendige Tradition in den überwiegend katholischen Gemeinden der sorbischen Region.

Freitag, 14 April 2017 03:17

Die Lauterbacher Ostersäule

Dresden – Am westlichen Ortsausgang des Dorfes Lauterbach bei Stolpen steht die sogenannte Ostersäule. Die quadratische Sandsteinsäule ist 2,50 Meter hoch und trägt einen würfelförmigen Aufsatz mit vier spitzen Giebelseiten, darin Christus am Kreuz und die Inschrift:

Bautzen – Auf Initiative des sorbenpolitischen Sprechers der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, Heiko Kosel, haben sich Anfang der Woche der für Schulwesen, Jugend und Sport zuständige Vertreter des Regionspräsidenten der Region Usti (Tschechien), Petr Smid, die Vorsitzende des Sorbischen Schulvereins e.V., Ludmila Budar, und der tschechische Europaabgeordnete Jaromir Kohlicek zu einem ersten Koordinierungsgespräch getroffen. Grund für die Zusammenkunft war die Auslotung von Möglichkeiten für die Anwerbung tschechischer Lehrer für sorbische Schulen.

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