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Stolpen – Rechts der Landstraße, die von Rennersdorf hinauf zur Burgstadt führt, erhebt sich an dem Flusse Wesenitz der Galgenberg, ein mit hohen Bäumen bewachsener Hügel. Einst stand hier der Galgen des Amtes Stolpen, wurden die zum Tode verurteilten Delinquenten des Stolpener Gerichtsbezirks – gehängt! Der Abschreckung wegen vollzog man Todesurteile für Mord, Raub, Brandstiftung und Vergewaltigung in aller Öffentlichkeit und beließ die Gehängten gut sichtbar am Ort ihrer Hinrichtung. Doch damit nicht genug.

Stolpen – Nordwestlich der Burgstadt, vis-a-vis des nach Wilschdorf führenden Abzweigs, ragt die imposante Ruine einer barocken Dreiflügelanlage auf, ein verfallener Gebäudekomplex des ehemals kurfürstlichen Kammerguts. Durch den Zusammenkauf von Gütern war im 16. Jahrhundert ein Vorwerk entstanden, 1742 der als „Kammergut“ bezeichnete Dreiseithof. Seit 1778 befand sich darin die Hauptzuchtstelle für spanische Merinoschafe. Jene Feinwoll-Rasse hat ihren Ursprung in Nordafrika und war über Spanien nach Deutschland gekommen, wo 1765 in Sachsen die ersten „Merinos“ heimisch wurden.

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