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Zittau – Es wäre so schön gewesen, 3,88 Millionen Euro Fördermittel aus dem Bundesbauministerium für einen denkmalgeschützten Monumentalbau in der Oberlausitz, die Zittauer Mandaukaserne. Doch der Stadtrat der Neißestadt hat in seiner Sitzung am 28. September 2017 die Einreichung eines Fördermittelantrages mit knapper Mehrheit abgelehnt. Die vom Eigentümer vorgelegten Unterlagen würden einer Prüfung des Bundes nicht standhalten, hieß es. Auch wolle die Stadt die erforderlichen Eigenmittel nicht schultern, welche an anderer Stelle notwendiger seien. Immerhin wird Oberbürgermeister Thomas Zenker dem Bund mitteilen, daß die Stadt Zittau ihre Mandaukaserne weiterhin als wichtiges Gebäude ansehe und darum bitte, einen neuerlichen Antrag wohlwollend zu prüfen.

Neustadt/Sa. - Zehn Kilometer östlich von Stolpen, zwischen Hohwald und Sächsischer Schweiz, liegt Rückersdorf. 1223 erstmals urkundlich erwähnt, ist das 300-Seelen-Dorf heute ein Ortsteil von Neustadt in Sachsen. In alter Zeit meißnisch-bischöflicher Besitz, kam Rückersdorf 1559 mit dem Amt Stolpen zum sächsischen Kurfürstentum, besaß einmal drei Mühlen, eine Brauerei und eine Käsefabrik. Das ist schon eine Ewigkeit her, doch 1997 wurde der Ort in das Sächsische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen, bekam Trink- und Abwasseranlagen, eine Ortsumfahrung, den neuen Dorfplatz und ein aufgehübschtes Gemeindehaus.

Zittau – Am 10. September 2017 öffnet die Zittauer Mandaukaserne ihre Tore – zum Tag des offenen Denkmals in der Neißestadt. Seit 24 Jahren gibt es diese schöne Tradition, werden - an einem Sonntag im September – sonst verschlossene Denkmale für Interessenten zugänglich gemacht. „Macht und Pracht“ lautet das diesjährige Motto, mit dem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit für die Bedeutung kulturellen Erbes sensibilisiert. Apropos: Wäre es nicht großartig, wenn engagierte Investoren, bürgerschaftliche Initiativen und aufgeschlossene Politiker eines Tages über die „Macht“, das heißt, ein passendes Konzept und Mittel es verwirklichen, verfügten, um die alte Pracht von Zittaus größtem Gebäude wieder auferstehen zu lassen?

Zittau – Die Mandaukaserne in Zittau bleibt ein Politikum. Nachdem 2015 ein Abriß verhindert werden konnte, brachten Notsicherungsmaßnahmen und die Aussicht auf vier Millionen Euro Fördermittel neuen Schwung in die Rettungsaktivitäten. Dann die Ernüchterung und Vorbehalte auf allen Seiten (Sachsen Depesche berichtete: https://www.sachsen-depesche.de/interview/thomas-göttsberger-„alle-beteiligten-sind-aufgerufen,-für-zittau-und-die-mandaukaserne-zu-kämpfen“.html). Zuletzt bezeichnete Birgit Kaiser von der Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft das Projekt als „traumtänzerisch“.

Dresden – Elf Aufenthalte Napoleons verzeichnen die Dresdner Annalen für den Zeitraum 1807 – 1813. Der erste Besuch des französischen Kaisers im Juli 1807 war glanzvoll und von der Hoffnung der Sachsen auf eine friedliche und glückliche Zukunft an der Seite Frankreichs getragen. Die Malerin Dora Stock (1759-1832), eine Tante Theodor Körners, notierte: „Die Tage, die Napoleon hier verweilte, waren äußerst merkwürdig. Das Zuströmen der Massen aus allen Ständen, die hierherkamen, ihn zu sehen, worunter sehr viele waren, die berühmt und ausgezeichnet sind, das Leben und die Tätigkeit, die von früh bis auf den Abend auf den Straßen war, gab eine eigene fröhliche Stimmung, die schwer zu schildern ist.“(3)

Zittau – Die Rettung der Zittauer Mandaukaserne ist mittlerweile ein bundesweites Politikum. Noch Ende 2015 war ein Abriss des denkmalgeschützten Monumentalbaus geplant, dann führten Bürgerproteste und beherzte Fürsprecher zu einem Sinneswandel. Unter Federführung des Stadtforums Zittau wurde der einsturzgefährdete Südturm saniert, erfolgte die Notsicherung des Nordflügels. Die denkmalgerechte Ausführung der Arbeiten geschah in Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege. Hoffnungsvolle Konzeptionen entstanden. Noch im März hatte Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) verkündet, dass das geplante „Mandau-Forum“ als „Nationales Projekt des Städtebaus“ anerkannt und mit vier Millionen Euro Förderung zu rechnen wäre. Jetzt scheint das ambitionierte Vorhaben ins Stocken zu kommen. SACHSEN DEPESCHE hat mit dem Eigentümer des Zittauer Kasernenbaues, dem Ostritzer Stadtrat Thomas Göttsberger (Wählervereinigung Siedlung), gesprochen.

Dresden – Am 17. Dezember vor 170 Jahren wurde Max Clemens Lothar Freiherr von Hausen als Sohn des späteren sächsischen Generals und Dresdner Stadtkommandanten Clemens Heinrich Lothar von Hausen und dessen Ehefrau Anna Wilhelmine in Dresden geboren. Die uradelige Familie entstammt dem lothringischen Raum und trat Anfang des 19. Jahrhunderts in sächsische Dienste. Zu den wohlhabenden Familien Sachsens haben die Freiherren von Hausen indes nie gehört. „Reich an Ehren, aber arm an Gut widmeten sie ihr Leben dem Heeresdienste und dem Vaterlande.“ (A. Brabant). Ihrem sächsischen Vaterland stellte das Geschlecht in einem Jahrhundert 18 Offiziere, darunter sechs Generäle.

Dresden – Unweit der Albertbrücke, vis-á-vis dem Sachsenplatz im Stadtteil Johannstadt, befand sich bis zu ihrem Abriss in den 1950er Jahren – die Jägerkaserne. Das schlossähnliche Gebäude wurde 1880/81 nach Entwürfen von Oswald Haenel, Bruno Adam und Fritz Opitz errichtet. Seiner prächtigen Erscheinung und modernen Ausstattung wegen, galt es zu seiner Zeit als „schönster Kasernenbau Sachsens“. Ende September 1882 bezog das Königlich Sächsische 2. Jägerbataillon Nr. 13 das weiträumige Areal.

Dresden – Als einziger Sohn des Kurfürsten Johann Georg II. und der Magdalena Sibylle von Brandenburg-Bayreuth wurde Prinz Johann Georg am 20. Juni 1647 in Dresden geboren. Bereits im Alter von sieben Jahren erhielt er Sprachunterricht und wurde später in Festungsbau und Kriegskunst unterwiesen. 1672 zum Landvogt der Oberlausitz ernannt, übernahm Johann Georg schon als junger Mann eine verantwortungsvolle Aufgabe innerhalb des kursächsischen Staates. Er heiratete 1666 Anna Sophia, eine dänische Königstochter, die ihm zwei Söhne schenkte. Noch als Kurprinz führte der begeisterte Soldat 1674-1678 die sächsischen Hilfstruppen im Rheinfeldzug. 1680 bestieg Johann Georg III. den Thron der albertinischen Wettiner. Straff ergriff der Kurfürst die Zügel der Regierung, Einsparungen in der Hofhaltung kamen dem Aufbau eines 12.000 Mann starken Heeres zugute.

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