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Stolpen – Auf den nördlichen Ausläufern der Stolpener Flur liegt hinter Feldern und Waldflecken eine Hochfläche mit vereinzelten Gehöften, die an ein untergegangenes Bauerndorf erinnern. Spärliche Nachrichten nur künden vom Schicksal, daß diesen im Zug der deutschen Besiedelung gegründeten (und 1262 als „Reutendorph“ ersterwähnten) Ort und seine Bewohner ereilt haben mag. 1429 sollen böhmische Hussiten Röthendorf verbrannt haben. Tatsächlich trieben jene damals in Kursachsen ihr Unwesen, brandschatzten Altendresden und zogen elbabwärts weiter bis Magdeburg. Erfolglos hatten sie acht Wochen lang die Burg Stolpen belagert und in ohmächtigem Zorn das benachbarte Jockrim dem Erdboden gleichgemacht.

Dresden - Eine Idee, 28 Dresdner, 6 Wochen Bauzeit; 500 Kilo schwer und 5 Meter hoch – das ist das „Trojanische Pferd“ des Vereins „Pro Mitsprache e. V.“ um den Hausmeister und Politaktivisten Rene Jahn. Vom Freitag (13.4.) bis zum Montag (16.4.) reckte sich die Styropor-Monumentalplastik vor dem Kulturpalast gen Himmel, avancierte in jenen Tagen, so die Veranstalter, zum „Gesprächsthema Nr. 1“ in der Landeshauptstadt. Der Mythos des hölzernen Pferdes, mit dem die antiken Griechen, in einer Kriegslist und gegen den Rat von Kassandra und Laokoon, die Trojaner bezwangen, schien den Initiatoren eine bildhafte Parallele zu einer als „besorgniserregend“ empfundenen Gegenwart. König Priamos habe die Trojaner („Wir wollen das nicht!“) einst ungehört übergangen, sich für das „Geschenk“ entschieden und damit den Untergang Trojas heraufbeschworen. Im Gegensatz zur Sage verlangten die Bürger heute jedoch, mitzubestimmen und einer Entwicklung entgegentreten, die, so die Botschaft auf einem Handzettel, „unser Land, unsere Tradition und unsere Kultur“ zu zerstören drohe.

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