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Donnerstag, 28 Februar 2019 01:31

Es war einmal ein Gasthaus …

Zittau – Ein prunkvoller Tanzsaal mit festlich gedeckten Tafeln auf blitzendem Parkett – so präsentierte sich einst das Familien-Restaurant „Stadt Zittau“ in Hörnitz auf einer Werbepostkarte. Selbstbewußt bewarb Wirt Richard Tilgner ebenso sein „Garten Etablissement“ und zur weißen Jahreszeit lockte entsprechend „Herrlicher Wintersport“ die Gäste hinaus an den Rand des Gebirges. Das ist mehr als 100 Jahre her. Doch wenn dieser Beitrag erscheint, hat die Geschichte jener gastlichen Stätte gerade ihr unwiderrufliches Ende gefunden.

Scharfenstein – Deutschlands größter Spinnereibetrieb – war seinerzeit die „Fiedler und Lechlasche Baumwollspinnerei“ in Scharfenstein, einem kleinen Dorf bei Zschopau im Erzgebirge. Der imposante Bau wurde ab 1835 anstelle der sogenannten Grieß-Mühle am linken Ufer der Zschopau errichtet. Mit acht Stockwerken und zwei Dachetagen (25 Meter) Höhe, 65 Metern Länge, 16,5 Metern Breite und einer modernen Dampfheizung entstand ein Industriegebäude für 600 Fabrikarbeiter, das Maßstäbe setzte. Sein Schöpfer war kein Geringerer als der bekannte Baumeister Christian Friedrich Uhlig (1774-1848) aus Altenhain, dem das Erzgebirge zahlreiche Kirchen- und Industriebauten verdankt.

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